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VARIA: Schlusspunkt

rund ums Geld: Wahlsieger Zinsen

Dtsch Arztebl 2004; 101(46): [64] / [64] / [64]

Rombach, Reinhold

George W. hat sich noch mal ein paar Jährchen auf dem Präsidentensessel gesichert. Die Finanzmärkte hakten die Bestätigung des Irak-Kriegers recht schnell ab, der Dow Jones legte am Tag des Sieges mal eben ein Prozentpünktchen zu, und für die europäischen Märkte war einen Tag später schon wieder Schmalhans Küchenmeister.
Nun werden jede Menge Szenarien herumgereicht, welche Branchen von Bushs Wiederwahl besonders profitieren und wie weit der Dow Jones noch laufen kann. Die optimistischen Prognosen sind dabei klar in der Mehrzahl. Für meinen Teil sehe ich es eher nicht so. Bis Jahresende kann die US-Börse durchaus noch bis zehn Prozent zulegen. Dann aber dürfte der Wallstreet schnell die Puste ausgehen. Das US-Wirtschaftswachstum verlangsamt sich zusehends, und die Gewinne der Unternehmen sind längst in den Börsenkursen eingepreist. Herbe Rückschläge sind im Frühjahr 2005 möglich, was sich auch auf die europäischen Aktienmärkte negativ auswirken kann, auch auf den DAX, wenn auch in abgemilderter Form, da deutsche Aktien relativ günstig bewertet sind.
Ein echter Klotz, den George W. Bush der Welt beschert hat, ist das immense US-Defizit. Die langfristigen Folgen sind nicht absehbar, die kurz- und mittelfristigen sehr wohl in Form eines schwächeren Dollars. Daraus lässt sich einigermaßen sicher annehmen, dass die Federal Reserve die Kapitalmarktzinsen nach oben führen muss, ansonsten ist das Defizit mangels Vertrauen nicht mehr finanzierbar. Bei steigenden US-Zinsen wird die europäische Zentralbank nicht umhin können nachzuziehen, was die amerikanische Notenbank wieder zu Gegenmaßnahmen greifen lässt und so weiter, bis wir eine schöne Zinsspirale haben, die das Kapitalmarktniveau durchaus auf sechs bis sieben Prozent für Zehnjahrespapiere hieven kann.
Wer diese Annahme akzeptiert, kann nicht umhin, sein Depot ordentlich durchzufegen. Der Aktienanteil sollte auf ein vertretbares Maß heruntergefahren werden, für meinen Geschmack ist ein Drittel des Gesamtvermögens die Obergrenze.
Bei den festverzinslichen Wertpapieren sind Langläufer eher zu verkaufen, und freies Geld ist am besten aufgehoben, wenn es möglichst kurz angelegt wird. Floater bieten hier eine ideale Gelegenheit, in einer Phase steigender Zinsen zu überwintern. Interessant finde ich eine Emission der Commerzbank, die noch bis 23. November gezeichnet werden kann, die aber danach auch im freien Börsenhandel zu kaufen ist. Die „Floating Rate Note Eurohypo“ mit der Kenn-Nummer A0B1GN wird jeweils zu den Zinsterminen mit dem 3-Monats-Euribor verzinst und hat eine Laufzeit bis November 2009. Zinserträge, wenn auch knappe, sind mir für die nächsten 18 Monate deutlich lieber als riskante Aktien. Please, follow me.
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