VARIA
Medica 2004: Ästhetik tut gut
Dtsch Arztebl 2004; 101(47): A-3209


Wenn die Funktionalität verbessert wird, dann zählt jedes Detail, auch die Bettrolle. So hat sich das Wermelskirchener Unternehmen Rhombus Rollen dieser scheinbaren Nebensächlichkeit angenommen und das Modell 380 entwickelt. Designer Roland Kausemann hat die Rolle mit flächigen Kunststoffschalen verkleidet, was die Reinigung erleichtert, durch die Bremsmechanik sowie den genutzten Gabelkopf fällt das Manövrieren mit dem Bett leichter (Halle 15/E 51). Medizindesign erschöpft sich nicht in der Formung von Großapparaten, es nimmt sich häufig den kleinen Dingen an. Medizindesign ist komplex Sache, weil es unterschiedlichste Anforderungen und Erwartungen zusammenbringen muss. Auf der einen Seite der Patient, der oft verunsichert ist und der Untersuchung eher skeptisch gegenübersteht. Hier kann eine emotional ansprechende Gestaltung mit klaren Linien, sauber-präzisen Formen und weicherer Anmutung von Geräten und Räumlichkeiten entspannen. Auf der anderen Seite das Personal: Zeitlich eng eingebunden, profitiert es von vereinfachter Handhabung und ausgeglichener Gestaltung. Speziell für den Pflegealltag wurde der mobile Beistelltisch Stylo C3 entwickelt, der sich mit einer Hand bedienen lässt und bei der Höhenverstellung des Pflegebettes mitfährt (Wissner-Bosshoff GmbH, Halle 15/C26). Einen wachsenden Bereich bilden die Selbstdiagnose und die Selbstmedikamentation, beispielsweise von Diabetikern. Nutzerfreundlichkeit und Anmutungsqualität stehen hier im Vordergrund. So erinnert das Blutzuckermessgerät Accu-Check Compact von Roche Diagnostics mit seiner Formensprache an ein Mobiltelefon oder einen Organizer. Seine LCD-Anzeige zeigt die Werte lesbar an, der Teststreifen wird automatisch gewechselt (Halle 2/A07).
Gerade die Frauen- und Kinderheilkunde ist ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit einer menschgerechten Gestaltung. Besonders für Frühgeborene oder Kaiserschnitt-Kinder entwickelt ist das Nestling (Design Johannes Hoyer). Es verbessert die mütternahe Versorgung von Frühgeborenen, weil das Kind nicht mehr im Brutkasten separiert wird. Im Nestling sorgt eine aktive Schicht für die Klimatisierung des direkten Umfelds, führt Wärme und Luftfeuchtigkeit großflächig zu. Eine weitere Luftkammer kann atemähnliche Bewegungen ausführen und so vom Säugling intuitiv übernommen werden.
Obwohl Ärzte und Hebammen reges Interesse am Nestling angemeldet haben, hat sich noch kein Produzent gefunden (Fresenius Erfindermesse, Halle 13/E04, F12). Armin Scharf
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