88 Artikel im Heft, Seite 47 von 88

MEDIZIN

Medizingeschichte(n): Neurophysiologie – Seelenorgan

Dtsch Arztebl 2004; 101(48): A-3269 / B-2771 / C-2625

Schott, H.

Zitat: „Das Gehirn oder dessen Theil, wo die Veränderungen der Sinnorgane sich in Empfindungen verwandeln, wo die freywilligen Anordnungen der Seele, mit dem Körper vereinigt, die ersten Veränderungen des Körpers, zu den Bewegungsorganen fortgepflanzt, hervorbringen, wo endlich gleichmäßige Actionen zu derselben Zeit vorgehen, da die Seele denkt, urtheilt, oder andere ihr eigene Verrichtungen, die man weder den Sinnen, noch der Bewegung zuschreiben kann, vollbringt, nenne ich Seelenorgan. [...] Dieses Organ, da es auf den ganzen Körper einwirkt, und der ganze Körper auf dasselbe zurückwirkt, kann gleichsam als das Band der Seele und des Körpers, als der Mittelpunkt aller Lebenskraft und der ganzen thierischen Oekonomie betrachtet werden.“

Johann Christian Reil: Über die eigenthümlichen Verrichtungen des Seelenorgans (als lateinische Dissertation 1794). In: Gesammelte kleine physiologische Schriften. Wien, 1811 (Band 2); S. 8. – Der Hallenser Medizinprofessor Reil (1758–1813) – ab 1919 in Berlin tätig – bestimmt im Sinne des „Vitalismus“ die Funktion des „Seelenorgans“, ohne es jedoch (anatomisch) zu lokalisieren.

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