MEDIZIN

Medizingeschichte(n): Sozialmedizin – Armut und Krankheit

Dtsch Arztebl 2004; 101(48): A-3269 / B-2771 / C-2625

Schott, H.

Zitat: „So entsteht fast eine jede epidemische oder ansteckende Krankheit [1] bei der ärmeren Klasse der Bevölkerung, herrscht dort am meisten und wird erst später ausgetilgt. Ja, sogar eine leichtere gesundheitliche Beeinträchtigung, eingeschlossen in einem engen Raum, entwickelt sich bald, besonders im Winter, wenn die Leute zugleich mit der Kälte auch jeden Anhauch frischer Luft fernzuhalten trachten, zu einer tödlichen, dem Kerker- und Hospitalfieber [2] ähnlichen Krankheit und verbreitet sich unter den Verwandten und Freunden, die durch das Elend erschöpft und so dazu aufnahmsbereit sind.“

Johann Peter Frank: Akademische Rede vom Volkselend als der Mutter aller Krankheiten (Pavia 1790), ins Deutsche übertragen von Erna Lesky. Leipzig 1960, S. 43. – [1] Nach traditioneller Auffassung: atmosphärische versus kontagiöse Krankheit. [2] Seinerzeit waren damit unter anderem Typhus und Wundinfektionen gemeint. – Frank (1745–1821), Gesundheitsreformer, Autor des monumentalen Werkes „Medicinische Policey“, gilt als Begründer der Sozialmedizin.

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