THEMEN DER ZEIT: Diskussion
Disease-Management-Programm Brustkrebs: Erkrankung oft unbeeinflussbar
Dtsch Arztebl 2004; 101(49): A-3320 / B-2811 / C-2662


Ich kann mich nicht erinnern, so begeistert und so schnell einen wissenschaftlichen Artikel gelesen zu haben. Die einfache deutsche Sprache ist doch etwas Wunderbares. Dazu kommt der Eindruck, dass die Autoren sich von Gewissen und Vernunft haben leiten lassen.
In dem Artikel finde ich einige verstreute Aussagen, dass das Schicksal schon Jahre vor dem Erkennen der Erkrankung festgelegt sei – nicht nur bei Brustkrebs. Damit scheint eine kurative Behandlung nicht möglich. Die Entfernung des auffälligen Primärtumors wird eindrucksvoll und mit viel Hoffnung erlebt, könnte aber nur die Oberfläche sein, die wirkliche Erkrankung ist längst fest programmiert und so gut wie unbeeinflussbar. Das wird kein Therapeut vertragen können. Er darf eine solche Vermutung nicht in sein tägliches Bewusstsein hereinlassen. Das würde sein Handeln und sein Befinden verderben und damit seine Rolle in der medizinischen und ärztlichen Partnerschaft gefährden. Die Epidemiologen haben es leichter am Schreibtisch bei den Daten als die Praktiker im laufenden Kontakt mit den Erkrankten.
Horst Peters
Kielstraße 34, 44145 Dortmund
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.