THEMEN DER ZEIT: Diskussion
Disease-Management-Programm Brustkrebs: Notbremse ziehen
Dtsch Arztebl 2004; 101(49): A-3322


Endlich eine Analyse und Position, die meine Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit der DMP-Brustkrebs-Fanatiker unter unseren Kollegen bestätigt.
Das Lehrspiel (im Licht der von Hölzel und Mitarbeitern brillant aufgezeigten Mischung von Faktenverdrängung, Regulierungswahn und Fehlsteuerung) zeigt, wie den eigenen kleinlichen Interessen ärztliche Souveränität und Glaubwürdigkeit geopfert werden. Nach diesem Beitrag stehen sie nun nackt da – die selbsternannten Kaiser.
Wir sollten die Früherkennung forcieren, ein bundesweites Tumorregister einfordern und Patientinnen, die wir oft nicht heilen können, ehrlich beraten und begleiten – ohne schamlos deren Notlage zur Selbstprofilierung auszunutzen. Wer sich vordergründig zum Büttel staatlicher Kassensanierungsziele degradiert und in unkollegialer Weise engagierte Kollegen ausgrenzen will, zeigt, dass er am anderen Ufer steht. Bundesweit sollten die Ärzte in Klinik und Praxis die Notbremse ziehen.
Dr. med. Wolfgang Götze
Alt-Wilkendorf 37, 15345 Altlandsberg
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