VARIA: Feuilleton
Kunst- und Spendenaktion: Bewegliches „Denk-Mal“
Dtsch Arztebl 2004; 101(49): A-3355 / B-2843 / C-2691


Foto: heine/lenz/zizka
In Berlin startete das Projekt „600 × Bewegung schaffen – räumt die Mine“ der Frankfurter Hilfsorganisation medico international.
Die Journalistin Anne Will betätigte sich am 15. Oktober in Berlin anlässlich der Kunst- und Spendenaktion „600 × Bewegung schaffen – räumt die Mine“ der Frankfurter Hilfsorganisation medico international als Ersträumerin des „virtuellen Minenfeldes“. Gegen eine Spende von 500 Euro erwarb sie ein Element der gleichnamigen Bodeninstallation von Peter Zizka. Die Arbeit, bestehend aus 600 begehbaren Platten in der Größe von 80 × 80 cm, entstand anlässlich der Aufführung der Oper „Civil WarS“ in Freiburg und soll in den nächsten Monaten zugunsten des Minenopferfonds von medico international „geräumt“ werden. Diejenigen, die sich an der Aktion beteiligen, erhalten gegen eine Mindestspende von 500 Euro ein Element der Installation. „Jede veräußerte Platte entschärft so vermintes Gelände in Ländern wie Angola oder Afghanistan“, teilt die Hilfsorganisation mit.
Ziel sei es, für die Sicherheit der Flüchtlinge bei der Rückkehr in ihre verminte Heimat zu sorgen. „Sportvereine, Schulklassen, Studentengruppen oder Patienten von Arztpraxen können sich zusammenschließen, um gemeinsam für die ,Räumung‘ eine Platte zu spenden“, schreibt die Hilfsorganisation. Aus der geräumten Bodeninstallation entstehe schließlich 600 Mal ein bewegliches „Denk-Mal“ an die Opfer von Krieg und Gewalt. Die Teilnehmer an der Aktion können die Platte vor Ort oder im Online-Katalog unter www.medico.de auswählen. Im Internet erscheint das Minenfeld als Muster vieler kleiner Quadrate. Die Platte wird, wenn gewünscht, mit dem Namen des Spenders versehen und wie bei einem Memory-Spiel umgedreht.
Bevor die Elemente in die Hände der Spenderinnen und Spender gelangen, soll das „virtuelle Minenfeld“ aber noch an verschiedenen Orten in Deutschland zu sehen sein. Anfang Dezember wird es einem breiten Publikum im Lichthof des Auswärtigen Amtes in Berlin vorgestellt. Weitere Stationen sind unter anderem Frankfurt am Main und Köln. Gisela Klinkhammer
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