Versicherungen
Private Kranken I: Weniger Neukunden
Dtsch Arztebl 2004; 101(49): [70] / [70] / [70]


Höhere Versicherungspflichtgrenze zeigt Wirkung.
Das Neukundengeschäft der privaten Krankenversicherung hat sich auch im ersten Halbjahr 2004 abgeschwächt, wie der Verband der privaten Krankenversicherung e.V., Köln, in seinem jüngsten Statistikbericht mitteilt. Diese Entwicklung hatte im Jahr 2003 begonnen, als im Zuge der Gesundheitsreform die Pflichtversicherungsgrenze in der Gesetzlichen Krankenversicherung um 5 400 auf 45 900 Euro Jahresbruttoverdienst angehoben wurde.
Ende Juni 2004 hatten 8,2 Millionen Bundesbürger eine Krankheitskostenversicherung (Vollkostenversicherung) bei einem der mehr als 50 Unternehmen der privaten Krankenversicherung abgeschlossen. Dies entspricht rund zehn Prozent der deutschen Wohnbevölkerung. Das Pflegerisiko haben fast neun Millionen bei einer privaten Pflegepflichtversicherung abgesichert.
Bis Ende 2004 rechnet die Branche damit, dass die Zahl der privaten Zusatzversicherungen die 15-Millionen-Grenze überschreiten wird. Dies wären rund 300 000 Verträge mehr als Ende 2003. Für das Geschäftsjahr 2004 prognostiziert der Verband Beitragseinnahmen in Höhe von 26,5 Milliarden Euro (minus sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr).
Die Leistungsausgaben der privaten Krankenversicherung stiegen 2003 stärker als die der gesetzlichen Krankenkassen, deren Ausgabenerhöhung bei 1,7 Prozent lag. Für ambulante ärztliche Versorgung gab die Branche vier Prozent mehr als im Vorjahr aus. Dagegen sanken die Kostenerstattungsleistungen für stationäre Krankenhauspflege (im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen) um ein Prozent. Dies ist auch die Folge der limitierten Komfortzuschläge für Inanspruchnahme der Leistungsart Komfortzimmer und Chefarztbehandlung.
Die Unternehmen der privaten Krankenversicherung hatten per Ende 2003 85,14 Milliarden Euro Alterungsrückstellungen gebildet (plus 8,2 Prozent gegenüber 2002). HC
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