VARIA: Auto und Verkehr
Mercedes A-Klasse: Der Elch war früher
Dtsch Arztebl 2005; 102(3): A-155


Ausreichend Stauraum: Die AKlasse
hat ein Ladevolumen von
435 bis 1 995 Liter beim Fünftürer.
Fotos: Marc Seidel
Komfortabler, dynamischer und noch sicherer – so sollte die zweite Generation der A-Klasse werden. Die Operation kann als gelungen gelten.
Die Zeit, als der berüchtigte „Elchtest“ dem kleinsten Stern aus Stuttgart das Fürchten lehrte, liegt schon einige Jahre zurück. Inzwischen sind auch die Spätfolgen überwunden, denn die neue A-Klasse von Mercedes bietet wieder einen sehr guten Federungskomfort, ohne bei schnellen Kurvenfahrten bedenklich ins Wanken zu geraten. Das gleichwohl beliebte Vorgängermodell musste sich noch mit einer deutlich härter ausgelegten Federung über die Runden retten.
Die zweite Generation des kleinen Daimlers bietet vorn und hinten ein gutes Platzangebot – gemessen an der Fahrzeugklasse. Angenehm ist auch eine hohe Sitzposition, die für eine gute Rundumsicht sorgt. Innenraum wie Cockpit vermitteln im Vergleich zum Vorgängermodell einen qualitativ höherwertigen Eindruck. Auch für das Gepäck steht genug Platz zur Verfügung: 435 Liter schafft das Kofferabteil; es lässt sich bei Bedarf durch Umklappen der Rücksitzbank erheblich vergrößern: auf 1 485 Liter beim Dreitürer und 1 995 Liter beim Fünftürer.
Der Fahrerplatz wirkt aufgeräumt, übersichtlich und sehr funktional. Die Sitze sind straff und geben einen guten Seitenhalt. Schon in der Standardversion, bei Mercedes Classic genannt, gibt es elektrische Fensterheber vorn und eine Klimaanlage. Wer mehr möchte, ist bei den Ausstattungsvarianten Elegance oder Advantgarde richtig. Die Aufpreisliste ist im Übrigen recht üppig ausgefallen.
Die Motoren – es gibt vier Benziner und drei Dieselaggregate – arbeiten wohltuend leise und entwickeln selbst bei hohen Geschwindigkeiten keine störende Geräuschkulisse. Alle Motoren erfüllen die Euro-4-Abgasnorm. Für die Selbstzünder gibt es außerdem, wenn auch gegen Aufpreis (522 Euro), einen Partikelfilter.
Kein Zweifel: Die neue Optik verleiht der aktuellen A-Klasse einen deutlich dynamischeren Auftritt als dem im Vergleich fast schon ein wenig altbacken wirkenden Vorgängermodell. Dazu tragen insbesondere das Design der Scheinwerfer sowie der steiler ansteigende Kühlergrill bei. Auch die markantere Liniengebung an der Seite und die optisch in
die Heckklappe übergehende Rückscheibe verleihen Akzente. Obwohl die neue A-Klasse in der Länge und Breite nur geringfügig zugelegt hat, erscheint das Auto größer.
Sieben sparsamere Motoren
Für den Antrieb stehen sieben verschiedene Motoren mit einer Leistung von 60 kW/80 PS bis 142 kW/193 PS zur Wahl. Bereits der kleinste Motor, der 160 CDI, zeigt respektable Fahrleistungen. Insgesamt bietet die Palette ein deutliches Plus an Leistung und Drehmoment, vor allem bei den neuen Dieseln. Positiv: Trotz der höheren Leistung konnte der Verbrauch nach Angaben des Herstellers gesenkt werden.
Spendabel war Mercedes in Sachen Sicherheit: ABS, ASR und Bremsassistent gehören ebenso zum Standard wie Front-, Kopf- und Seiten-/Thoraxairbags für die vorderen Sitze. Nur die Sidebags für die Fondpassagiere kosten extra (388,60 Euro).
Der Gesamteindruck: Die Vorgaben für die neue A-Klasse, mehr Komfort, Dynamik und Sicherheit, sind erfüllt. Günstiger ist der kleine Mercedes indes nicht geworden. Der Stern hat immer noch seinen Preis: Das Einstiegsmodell, der A150 mit drei Türen, kostet ab 17 632 Euro, als 5-Türer 18 502 Euro. Der A200 CDI liegt bei 24 302 Euro.
Marc Seidel

Die modifizierte A-Klasse wirkt
größer und dynamischer als die
bisherige Version. „Gewachsen“ ist
das Auto aber nur geringfügig.
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