MEDIZIN: Diskussion
Gesundheitliche Bedeutung der Folsäurezufuhr: Osteoporoserisiko
Dtsch Arztebl 2005; 102(4): A-215 / B-178 / C-171


Im dem Artikel, der in dankenswerter Weise den aktuellen Wissensstand über die gesundheitlichen Folgen eines Folsäuremangels zusammenfasst, vermisse ich Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Folsäuremangel, Hyperhomocysteinämie und Osteoporose. Aus einer Reihe neuerer Studien geht hervor, dass ein erhöhter Homocysteinspiegel, der als Folge eines Folsäuremangels auftreten kann, mit einem gesteigerten Osteoporoserisiko assoziiert ist. So wurde in einer Langzeitstudie (Dauer zwischen 5,7 bis 8,1 Jahren) mit mehr als 1 000 Teilnehmern im Alter zwischen 50 und 90 Jahren gezeigt, dass die höchsten Homocysteinwerte (höchste Quartile) mit einem 1,9fach höheren osteoporosebedingten Frakturrisiko einhergehen (
1).
Eine andere Langzeitstudie über einen Zeitraum von zwölf Jahren mit mehr als 2 000 Teilnehmern führte zu vergleichbaren Ergebnissen (
2). Auch wenn ein kausaler Zusammenhang zwischen Folsäuremangel, Hyperhomocysteinämie und Osteoporose damit nicht bewiesen ist, stellt die Möglichkeit, mit einer gezielten Folsäureanreicherung bestimmter Grundnahrungsmittel eine präventive Wirkung auf das Osteoporoserisiko zu erreichen, eine faszinierende Perspektive dar.
Literatur
1. Joyce BJ et al.: Homocysteine levels and the risk of osteoporotic fracture. N Engl J Medicine. 2004; 350: 2033–2041.
2. McLean RR et al.: Homocysteine as a predictive factor of hip fracture in older persons. N Engl J Medicine. 2004; 350: 2042–2049.
Prof. Dr. med. Bertin Dufaux
Labor Dr. Krone & Partner
Lübbertorwall 18
32052 Herford
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