Supplement: PRAXiS
Nachtsichtgerät trainiert die Sehnerven
Dtsch Arztebl 2005; 102(5): [29]


Foto: Teltra
Patienten, die durch eine Kopfverletzung, einen Schlaganfall oder einen Hirntumor erblinden, obwohl ihre Augen intakt sind, kann eine Sehtherapie helfen. Ursache der Blindheit ist eine Verletzung der Nervenzellen im Sehzentrum des Gehirns, die den optischen Reiz zu einem Seheindruck verarbeiten. In der Regel sind diese Nervenzellen nicht vollständig zerstört. Die verbliebenen gesunden Nervenzellen können lernen, die Aufgaben ihrer beschädigten Nachbarn mit zu übernehmen. Dazu muss der Patient über mehrere Monate täglich trainieren. Das Kompetenz- und Servicezentrum für Telemedizin und Traumatologie Teltra (www.teltra.org) an der Ruhr-Universität Bochum hat ein computergestütztes Trainingsverfahren entwickelt. Mit der „Online-Therapie kortikaler Blindheit“ kann der Patient zu Hause üben. Dazu loggt er sich in seine persönliche Trainingsumgebung auf der Teltra-Homepage ein. Zunächst sieht er dort einige Minuten lang Flacker-Weißlicht zur Basisstimulation. Danach beginnt das Training, zunächst mit geometrischen Figuren, später mit komplexen Bildern, die er erkennen und per Taste bestätigen muss. Mit der „Curavis hmd“-Trainingsbrille, einem umfunktionierten Nachtsichtgerät, das die stimulierenden Muster zeigt, kann der Patient dabei entspannt im Sessel sitzen und sich auf die Lichtreize konzentrieren. Die Brille ist per Kabel mit einer Steuereinheit verbunden, über die der Patient bestätigt, was er erkannt hat. Brille, Rechner und Steuereinheit erhalten die Patienten leihweise. EB
Informationen: Teltra, Ermlandstraße 29, 44789 Bochum, Telefon: 02 34/5 87 30 03
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