BRIEFE
Qualitätssicherung: Große Chance vertan
PP 4, Ausgabe März 2005, Seite 119


Die TK und KVWL beginnen das „Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie (PT)“, das über einige Jahre laufen soll. Daten werden vom Therapeuten und durch Selbstbeurteilungsbögen auch direkt von Patienten erhoben. Diese Daten sind Basis für eine Empfehlung zur Aufnahme oder Fortsetzung der PT. Die Kontrollgruppe wird gebildet durch Patienten, bei denen nach dem bisherigen Gutachterverfahren gearbeitet wird. Mit dem neuen Dokumentationsverfahren hofft man auch, die Erfolge der PT messen zu können. Hier wird meines Erachtens eine große Chance vertan, weil man keine Kontrollgruppe vorsieht mit Patienten, die keine PT erhalten. Das könnte geschehen durch eine Kontrollgruppe, die „nur“ vom Hausarzt weiterbehandelt wird, aber eben keine genehmigungspflichtige PT erhält, oder eine Kontrollgruppe, die erst nach einer Wartezeit von einigen Monaten PT erhält. Erst dadurch könnte man Hinweise auf die tatsächliche Wirksamkeit von PT erhalten und die Qualität überwachen. Denn auch psychische
Erkrankungen bessern sich oft oder heilen ganz aus ohne jegliche genehmigungspflichtige PT. Umgekehrt erzeugt PT in manchen Fällen psychische Beschwerden, die ohne PT gar nicht aufgetreten wären.
Dr. med. Dieter Wettig, Erlkönigweg 8, 65199 Wiesbaden-Dotzheim
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