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VARIA: Schlusspunkt

zu Immobilienfonds: Schwelbrand

Dtsch Arztebl 2005; 102(26): [68] / [68] / [68]

Rombach, Reinhold

In den vergangenen zwei Jahren habe ich oft genug von offenen Immobilienfonds abgeraten, an dieser Stelle zuletzt im vorigen Herbst („Auf Treibsand“, DÄ, Heft 43/2004). Wie ich höre, sind etliche Anleger dem Rat gefolgt und haben entweder ihre Depots bereinigt oder eine Kaufentscheidung revidiert.
Nun mehren sich jüngst die Anfragen, ob denn jetzt nicht wieder ein Einstieg geboten sei, die Manager hätten doch mittlerweile ihre Hausaufgaben gemacht, und der Bankberater meine auch, das „sei was Gutes“.
Von einer Beruhigung der Situation kann indes keineswegs die Rede sein. Der Abwertungsdruck auf Immobilienfonds steigt vielmehr drastisch an. In den Portfolios der Fondsgesellschaften bricht sich der Wertverfall immer mehr Bahn. Allein im letzten Jahr mussten 1,1 Milliarden Euro auf inländische Liegenschaften abgeschrieben werden, mehr als 40 Prozent über der Vorjahresquote. Tendenz weiter steigend. Besonders drastisch sind die Ausbuchungen bei den Gesellschaften Difa, Commerz Grundbesitz Invest, Deka, Degi und DB Real Estate.
Der Spitzenreiter im Abwertungsbedarf ist die Commerz Grundbesitz Invest (CGI) – viele kennen das größte Produkt des Hauses, es ist der Immobilienfonds Hausinvest Europa. Während die Branche den Wert ihrer Immobilien um durchschnittlich drei Prozent nach unten korrigierte, mussten bei Hausinvest Europa 6,2 Prozent abgeschrieben werden. Das ist eine ziemlich erschreckende Stellgröße für ein Anlageprodukt, dem in der Vergangenheit höchste Solidität zugesprochen wurde.
Auch die zentrale Fondsgesellschaft des Sparkassenlagers, Deka Investment, die von besonders drastischen Rückgaben der Anleger gebeutelt wurde, wertete mit 150 Millionen Euro ihre Objekte kräftig ab.
Von einer Beruhigung der Immobilienbranche kann nach wie vor nicht gesprochen werden, besonders die prekäre Lage am Markt für Büroimmobilien wird auf Sicht der nächsten zwei bis drei Jahre noch für Verwerfungen sorgen. Falls in den USA die Immobilienblase platzt, sind zusätzliche Belastungen auch hierzulande nicht auszuschließen. Vom Schwelbrand zum Flächenbrand ist dann kein weiter Weg.
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