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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit: Auf in den Kampf
Dtsch Arztebl 2005; 102(27): A-1917 / B-1621 / C-1525


Echte Kerle zogen früher in die Schlacht und opferten bei Bedarf ihr Leben für König und Vaterland. Heute werden sie Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und erklären: „Einen Teil meines Lebens werde ich dafür opfern.“ So hat es Prof. Dr. Peter Sawicki unlängst beim Berliner Hauptstadtkongress formuliert.
Dass es auf seinem Posten auch um Kampfeslust und Männermut geht, ist nicht zu leugnen. Denn beim Hauptauftraggeber des Instituts, dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), wird seit Monaten darum gerungen, welches Maß an Evidenz gelten soll, wenn eine In-novation zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgerechnet werden darf.
Der Teufel steckt im Prinzipiellen und im Detail. G-BA-Vorsitzender Dr. Rainer Hess nannte als ein Beispiel die PET-Geräte: Derzeit werden in Krankenhäusern rund 100 davon eingesetzt, doch in Praxen sind sie nicht zugelassen. Evidenz müsse aber losgelöst vom Leistungsort gelten. Alles andere sei angesichts einer immer stärkeren Überlappung von ambulanter und stationärer Versorgung unsinnig. Gleichwohl sind nach Hess’ Ansicht von Fall zu Fall unterschiedliche Evidenzstufen anzusetzen – ein Vorgehen, für das auch Sawicki eintritt. Als Extrembeispiel für ausreichende Evidenz nannte der Institutsleiter einen bislang einmaligen Fall: eine ungeimpfte Frau überstand eine Tollwutinfektion.
Nach Meinung von Dr. Christoph Straub, stellvertretendem Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse, erschweren keineswegs nur Unkenntnis und Missverständnisse die Mission der Streiter für mehr Evidenz. Kritiker störe, dass Studienergebnisse ohne Abstriche auf reale Versorgungssituationen übertragen würden. Oder dass vergleichsweise wenigen Patienten mit Hinweis auf fehlende Evidenz etwas nicht mehr erstattet wird, während für zahlenmäßig bedeutendere Erkrankungen weniger strenge Vorgaben gelten.
Straub benannte auch den Beigeschmack, den die Diskussion längst angenommen hat: dass die Schrauben nicht aus wissenschaftlichen Gründen enger gezogen werden, sondern aus finanziellen – weil das Geld in der GKV immer knapper wird. Sabine Rieser
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