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VARIA: Feuilleton

Van Gogh Museum: Moderner Stil

Dtsch Arztebl 2005; 102(27): A-1971

Klinkhammer, Gisela

Fotos:Van Gogh Museum Landschaft mit Brücke über der Oise, 1888, Tate London
In Amsterdam ist zurzeit eine Auswahl aus dem umfangreichen zeichne-
rischen Werk van Goghs zu sehen.

Vincent van Gogh, einer der Wegbereiter der Moderne, war auch einer der größten Zeichner, die das 19. Jahrhundert hervorgebracht hat. Rund hundert Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen, die wegen ihrer Lichtempfindlichkeit nur selten oder nie zu sehen sind, werden zurzeit im Amsterdamer Van Gogh Museum ausgestellt.
Als van Gogh im Jahr 1880 beschloss, Künstler zu werden, tat er dies nach einem selbst erstellten Lernprogramm. Eine Reihe von Landschaftszeichnungen aus dem dörflichen Etten, in dem er sich im Frühjahr 1881 niederließ, zeigt bereits das Können, das er in diesem Genre entwickeln sollte.
Anfang 1882 zog van Gogh nach Den Haag. Dort erprobte er viele – vornehmlich schwarze – Zeichenmaterialien und versuchte, sich Perspektive und Anatomie anzueignen. So gewinnt 1882 der für seine niederländischen Jahre charakteristische robuste Zeichenstil langsam an Kontur. Außer Zeichnungen in dunklen Materialien entstehen aber auch stimmungsvolle Aquarelle, die seine koloristischen Qualitäten zeigen.
Im Dezember 1883 zieht van Gogh nach einer kurzen Zwischenstation in Drenthe nach Nuenen. Dort zeichnet und malt er die Lebens- und Arbeitswelt der Weber. Eine Serie von sieben im März/ April 1884 entstandenen Landschaftszeichnungen, von denen fünf in der Ausstellung gezeigt werden, lässt van Goghs außergewöhnliche Begabung für das Zeichnen mit der Feder erkennen. Weil die Werke jedoch kommerziell erfolglos bleiben, wendet er sich im Sommer 1885 wieder der Figurstudie zu.
Probleme in Nuenen und der anhaltende Wunsch nach weiteren Figurstudien veranlassen van Gogh im November, nach Antwerpen zu ziehen. Schon drei Monate später reist er allerdings weiter nach Paris, um sich dort bei seinem Bruder, dem Kunsthändler Theo van Gogh, niederzulassen. Den zweijährigen Aufenthalt dort nutzt er vor allem dazu, seine Farbpalette aufzuhellen. Erst 1887 entstehen wieder ambitionierte Zeichnungen. Sein neuer moderner Stil kommt besonders in einer Reihe farbenfroher Aquarelle zum Ausdruck, in denen auch der Einfluss der japanischen Kunst zu erkennen ist.
Im Februar 1888 siedelt van Gogh nach Arles über. Dort führt die Entdeckung der Rohrfeder zu neuen Landschaftszeichnungen, die in der so genannten zweiten Montmajour-Serie ihren Höhepunkt findet – sechs große Ansichten der vor Hitze flimmernden provenzalischen Landschaft. Die Ausstellung zeigt die komplette Serie. Vier Versionen der „Ernte“ illustrieren den künstlerischen Prozess, der für sein Schaffen in Arles charakteristisch ist. Es ist, so das Museum, „ein Hin-über und Herüber zwischen Gemälden und Zeichnungen, mit denen der Künstler Rhythmus und Zusammenhang innerhalb der Komposition in verschiedenen Medien hat ausprobieren können“.
Vorhalle des Hospitals Saint- Paul, 1889, Van Gogh Museum Amsterdam
In Saint-Rémy, wo er sich im Mai 1889 aufgrund seiner Krankheit in eine Anstalt aufnehmen lässt, zeichnet van Gogh relativ wenig. Die dort entstandenen Federzeichnungen zeigen, wie er nach einem rhythmischen, fast dekorativen Stil sucht. Seine Motive findet er in dem alten Garten sowie der näheren Umgebung des alten Klosters. Die drei berühmten, ebenfalls in Ölfarben ausgeführten Darstellungen des Anstaltsinneren sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.
Im Mai 1990, zweieinhalb Monate vor seinem Tod, lässt sich van Gogh in Auvers-sur-Oise nieder. Dort malt er Dutzende von Bildern, das Zeichnen beschränkt sich jedoch vorwiegend auf Studien.
Um ein über die Meisterwerke hinausgehendes Bild van Goghs als Zeichner zu präsentieren, werden nach Angaben des Museums in der Ausstellung weitere Aspekte seines Werks berücksichtigt. So sind beispielsweise seine Lehrbücher und Zeichenmaterialien zu sehen. Kli
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