VARIA: Personalien
Geburtstage
Dtsch Arztebl 2005; 102(30): A-2115 / B-1783 / C-1687


Prof. Dr. med. Dieter Janz, Facharzt für Neurologie, von 1973 bis 1988 ordentlicher Professor für Neurologie am Klinikum Charlottenburg der Freien Universität Berlin, vollendete am 20. April sein 85. Lebensjahr.
Der aus Speyer stammende Arzt und Wissenschaftler studierte an den Universitäten in Marburg, Frankfurt, Prag und Freiburg Medizin. Unter Paul Vogel wurde er Neurologe in Heidelberg. Die Janzsche Epilepsie-Sprechstunde wurde zur Keimzelle der Epileptologie in Deutschland. Von 1960 bis 1972 war Janz Vorsitzender der Deutschen Liga gegen Epilepsie; er gründete 1962 die Stiftung Michael. Von 1968 bis 2004 war Janz im Kuratorium der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg. Von 1985 bis 1991 war er Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie und von 1994 bis 1997 Vorsitzender der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft.
2003 ehrte ihn die Internationale Liga gegen Epilepsie mit dem Live Time Award und 2004 die Deutsche Sektion der Liga mit der Otfrid Foerster Medaille.
Prof. Dr. med. Erich Saling, ehemaliger Chefarzt der Geburtsmedizinischen Abteilung des Krankenhauses Neukölln, im Ruhestand lebender früherer Leiter des Instituts für Perinatale Medizin, wurde am 21. Juli 80 Jahre alt.
Saling, in Stanislau (heute Ukraine) geboren, zählt zu den Pionieren der Perinatalmedizin in Deutschland. Bereits 1960, als er noch als praktischer Geburtshelfer arbeitete, wandte Saling erstmals wissenschaftliche Methoden – Fetalblutanalyse und Fruchtwasserspiegelung – an, um Informationen über die wichtigsten vitalen Funktionen des Fetus, wie etwa dessen Sauerstoffversorgung und Blutchemie, zu gewinnen. Es ist dies der Beginn der „Foetal Medicine“.
1962 veröffentlichte Saling seine bahnbrechende Arbeit „Neues Vorgehen zur Untersuchung des Kindes unter der Geburt“. Mit dieser Arbeit, in der Saling die von ihm entwickelte Methode der Mikroblutanalyse des Fetus zur Feststellung einer Sauerstoffmangelversorgung unter der Geburt veröffentlichte, legte er den Grundstein für die Entwicklung der Perinatalmedizin. Für seine herausragenden wissenschaftlichen Verdienste wurde Saling mehrfach geehrt, so unter anderem mit der Verleihung der Ernst-Reuter-Plakette (1988), der höchsten Auszeichnung der Stadt Berlin.

Friedrich Loew
Foto: privat
Prof. Dr. med. Friedrich Loew, ehemaliger Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik in Homburg/Saar, wurde am 28. Juli 85 Jahre alt.
Friedrich Loew, in Remscheid geboren, begann seine berufliche und wissenschaftliche Karriere nach dem Staatsexamen (1944) und der Promotion (1945) an der Chirurgischen und Neurochirurgischen Abteilung des Knappschaftskrankenhauses Bochum-Langendreer im dortigen Max-Planck-Institut für Hirnforschung, ab 1951 an der Neurochirurgischen Universitätsklinik in Köln. Dort habilitierte er sich 1956 für das Fach Neurochirurgie. 1960 wurde Loew die Leitung der Neurochirurgischen Abteilung der Chirurgisch-Neurochirurgischen Universitätsklinik in Homburg übertragen. 1963 wurde er auf das neu geschaffene Ordinariat für Neurochirurgie an der Universität des Saarlandes berufen, zugleich zum Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik in Homburg ernannt.
1956 wurde Loew Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie e.V., danach war er deren Schriftführer und
1. Vorsitzender. Von 1965 bis 1971 leitete er die Abteilung für Berufsfragen der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie; 1967 wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Wiederbelebung e.V. berufen. Von 1968 bis 1971 gehörte Loew dem Vorstand der Deutschen Akademie der Fachärzte (Fachausschuss der Bundesärztekammer) an. Nach Berufung in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer im Jahr 1968 war Friedrich Loew von 1971 bis 1978 Vorsitzender dieses Gremiums. In Würdigung seiner wissenschaftlichen Verdienste und seines engagierten Einsatzes in der ärztlichen Fortbildung erhielt Prof. Loew die Ernst-von-Bergmann-Plakette der Bundesärztekammer (1975). 1989 wurde er mit der Wilhelm-Tönnis-Medaille geehrt. Anlässlich des 95. Deutschen Ärztetages 1992 wurde Loew mit der Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft geehrt. EB
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