MEDIZIN: Diskussion

Erektile Dysfunktion: Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie: Einige Ergänzungen

Dtsch Arztebl 2006; 103(3): A-129 / B-111 / C-111

Bartels, Henning

Da der Beitrag in erster Linie wohl für Ärzte geschrieben wurde, die sich nicht fachärztlich um Patienten mit erektiler Dysfunktion kümmern, erscheinen mir einige Ergänzungen wichtig:
1. Zur primären Diagnostik gehört die Doppler-Sonographie der vier Penisarterien, die – objektiv, weil messbar – einen Hinweis auf den Gefäßstatus des Patienten geben kann und die in jeder Praxis durchführbar ist. Auch sollte der mögliche Nachweis eines so genannten venösen Lecks erwähnt werden – eine Ursache der frühzeitigen Erschlaffung gerade des älter werdenden Mannes.
2. Wenn „viele Paare seit Jahren keine erfolgreiche Sexualität erlebt haben“, braucht das nicht an mangelnder Erektionsfähigkeit des Mannes zu liegen. „Erfolgreiche Sexualität“ kann durchaus ohne Kohabitation erlebt werden, und umgekehrt muss Kohabitation noch keineswegs „erfolgreiche Sexualität“ bedeuten.
3. Auch sollte der Hinweis erwähnt werden, dass Schwellkörpergewebe trainierbar sein kann, und manchmal Kohabitationsfähigkeit nach einer medikamentösen Therapie auch ohne diese wieder herstellbar sein kann.
4. Bei der Pharmakotherapie nach der Skat-Methode muss für Nicht-Fachärzte das höchst wichtige Antidot, zum Beispiel 1 mL Etilefrin intrakavernös, bei prolongierter Gliedsteife unterschiedlicher Ursache, erwähnt werden, das in jede Notarzt-Apotheke gehört.
5. Hinsichtlich der Therapieverfahren sollte noch erwähnt werden, dass die vor einigen Jahren weitläufig propagierten gefäßchirurgischen Verfahren (arterielle Revaskularisierung, Venenokklusionen) kaum erfolgreich waren oder bleiben und keine Indikation mehr haben. Wegen der Brisanz und Aktualität dieser Thematik für zahlreiche Patienten – gerade auch in nichturologischen Praxen – können diese Hinweise hilfreich sein.

Dr. med. Henning Bartels
Goerdelerweg 5
37075 Göttingen

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