BRIEFE
Krankenhäuser: Blauäugig
Dtsch Arztebl 2006; 103(12): A-771 / B-652 / C-632
Zu dem „Seite eins“-Beitrag „Mehr Ärzte“ von Jens Flintrop in Heft 6/2006:


Schade, dass es keine aktuellere Krankenhausstatistik als die Zahlen von 2004 gibt. Denn die Meldung verblüfft, dass erneut mehr Ärztinnen und Ärzte in Deutschlands Kliniken tätig sind. Nach all den vielen Artikeln über Mediziner, die den ärztlichen Beruf verlassen, und die Sorgen um Kliniken, die Schwierigkeiten haben, ihre Stellen zu besetzen, hätte man doch eher das Gegenteil erwartet. Die Steigerung als Reaktion auf die neue Arbeitszeitgesetzgebung zu interpretieren, halte ich für blauäugig. Gerade weil die Zahlen von 2004 sind. Denn die meisten Kliniken konnten bisher darauf vertrauen, dass sie auf Zeit spielen und einfach nichts tun können. Oder passt die Zahl einfach nicht in die derzeitige Ärzte-Jammer-Landschaft, bei der man belegen muss, wie schlecht es uns geht?
Barbara Hoffmann,
Görlitzer Straße 43, 10997 Berlin
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