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VARIA: Post scriptum

Nur Meister, keine Dilettanten

Dtsch Arztebl 2006; 103(12): [88] / [88] / [88]

Pfleger, Helmut

Vom 7. bis 9. April 2006 treffen sich die, welche es partout nicht lassen können, in Bad Neuenahr zur mittlerweile „14. Schachmeisterschaft für Ärztinnen und Ärzte“. So sich Äskulap und die Schachgöttin Caissa einigen können, wird unter den circa 160 Medici diesmal wieder mehr als nur eine Ärztin sein, selbstredend die im besten Sinne unverwüstliche Frau Dr. med. Utta Recknagel. Vielleicht schwingen wir uns ja gar zu fünf Prozent Damenanteil wie im Deutschen Schachbund empor. Recht beeindruckend ist allerdings auch das nicht, wenn man berücksichtigt, dass Damen selbst auf Rugby und Boxen prozentual mehr Bock haben als aufs Schachspiel.
Als Begrüßungsansprache stelle ich mir vor, dass der große Dr. med. Siegbert Tarrasch, der trotz seiner ärztlichen Praxis in Nürnberg in der Schachwelt außer Emanuel Lasker niemanden zu fürchten hatte, aus dem Grabe aufersteht und die gleichen Worte wie vor hundert Jahren beim Turnier Nürnberg 1906 an die Schach spielenden Ärzte richtet:
„Meine verehrten Meister der edlen Schachspielkunst! Als wir die Einladungen zu unserem Turnier ergehen ließen, da schwebte uns als leitende Idee, als ein Ziel, aufs Innigste zu wünschen, der Gedanke vor, ein Turnier zustande zu bringen, an welchem nur die wirklichen Meister des königlichen Spiels unter sorgfältigem Ausschluss aller Dilettanten teilnehmen sollten, ein Turnier, in welchem es für jeden die höchste Ehre wäre zu siegen und für niemanden eine Schande zu unterliegen. Wir wagten es kaum zu hoffen, dass es uns gelingen würde, unser stolzes Ziel auch nur annähernd zu erreichen. Aber die schöne Wirklichkeit hat unsere kühnsten Hoffnungen noch weit übertroffen. Wir geben uns der festen Erwartung hin, dass der friedliche Wettstreit auf den 64 Feldern von Ihnen allen mit Anspannung aller Kräfte geführt werden und ohne jeden Misston verlaufen wird.“
Tja, so wird es vermutlich sein. Doch jetzt noch einmal ein letzter Blick zurück zum Ärzteturnier 2005. Sehen Sie, wie der zur wie immer zahlreichen und belebenden persischen (möglicherweise dem Ursprungsland des Schachs) Delegation gehörende Dr. med. Mehdi Farkhondeh als Weißer am Zug den schwarzen König von Dr. med. Wilhelm Kayser in 2 Zügen matt setzte?

Lösung:
Die weiße Kavallerie wirbelte den König matt: Zuerst wurde er mit 1. Sh6+! nach vorn gezwungen 1. . . .Kg7, wonach der zweite Springer mit 2. Sh4-f5, auf dem Absprungfeld des ersten, das Matt besiegelte.
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