MEDIEN

Statistische Prinzipien für medizinische Projekte

Dtsch Arztebl 2006; 103(37): A-2380 / B-2064 / C-1985

Hüsler, Jürg; Zimmermann, Heinz

Statistik: Zum besseren Verständnis
Die Autoren beschreiben ein umfangreiches Kontingent statistischer Verfahren, eingesetzt auf dem Gebiet medizinischer Forschung. Bereits in der inneren Umschlagseite des Buches wird tabellarisch dargestellt, welche Daten und Fragestellungen welche statistischen Verfahren verlangen. Die-se Darstellung unterstützt die Suche nach Methoden bei vorliegenden Daten. Der Aufbau des Buches ist gut strukturiert, und es ist verständlich geschrieben. Zu Beginn wird die Bedeutung der Statistik in der Medizin hervorgehoben und die Behandlung von deskriptiven Methoden dargestellt. Danach werden analytische Verfahren wie Hypothesentests, Varianzanalyse, Regressionsanalyse sowie die Analyse von Überlebensdaten vorgestellt. Zum Schluss werden dem Leser multivariate Analysemethoden und verschiedene Studiendesigns präsentiert.
Im deskriptiven Teil wird erklärt, worauf bei verschiedenen Datenskalen zu achten ist, die Bedeutung von Wahrscheinlichkeitsverteilungen wird anschaulich erklärt und mit anschließender Testtheorie in Verbindung gebracht. Allerdings fehlt der exakte Fischer-Test, der in der Medizin sehr häufig verwendet wird. Studiendesigns werden verständlich mit Anwendungsbereichen und Unterschieden vorgestellt.
Jedes Kapitel verfügt über eine Zusammenfassung, sodass sich der Leser noch einmal die Kernpunkte des Kapitels einprägen kann. Sinnvoll ist auch das Glossar, welches eine Vielzahl statistischer Begriffe aus dem Deutschen ins Englische und umgekehrt übersetzt. Die Übersicht statistischer Software ist nicht auf dem aktuellen Stand. Während Software-Produkte wie „SAS“, „EpiStat“, „Stata“ und „R“ keine Erwähnung finden, wird von „SPSS“ die Version 10 (Aktuell: Version 14) angegeben. Zudem wäre es sinnvoll, „nQuery 5“ oder Vergleichbares für die Fallzahlplanung zu erwähnen. Einige Aussagen sind statistisch nicht ganz korrekt: Zum Beispiel ist der Satz: „Die Wahrscheinlichkeit dieser falschen Entscheidung wird im Voraus als alpha (a) festgelegt“ auf Seite 97 zu beanstanden. Im Voraus – vor einem Testverfahren – kann lediglich das Signifikanzniveau festgelegt werden.
Trotzdem liegt dem Mediziner mit diesem Buch ein gelungenes statistisches Nachschlagewerk vor, welches – verständlich beschrieben – ein großes Angebot der wichtigen statistischen Verfahren im Bereich der Medizin bereitstellt. Nach Durcharbeiten des Buches versteht der Leser, welche Fragestellung, Situation oder Datenstruktur mit welchen statistischen Verfahren zu bearbeiten ist. Moritz Heinz

Jürg Hüsler, Heinz Zimmermann: Statistische Prinzipien für medizinische Projekte. 4. Auflage. Huber, Bern, 2006, 357 Seiten, gebunden, 27,95 €
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