AKTUELL
Medikamentenmissbrauch: Sucht auf Rezept
PP 6, Ausgabe Januar 2007, Seite 5


Bis zu 1,9 Millionen Menschen in Deutschland sind medikamentenabhängig.
Foto: Mauritius Images
Medikamentensucht ist in Deutschland mit geschätzten 1,4 bis 1,9 Millionen Abhängigen ähnlich häufig wie Alkoholsucht. Besonders häufig betroffen sind Frauen und alte Menschen. Die meisten, rund eine Million, sind abhängig von benzodiazepinhaltigen Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen über mögliche Maßnahmen zur Reduzierung von Medikamentenmissbrauch.
Unzureichende oder falsche Behandlung von psychischen Erkrankungen, Schlaflosigkeit oder chronischen Schmerzen nennt die Studie als eine Ursache des Missbrauchs – aber auch nachlässiges Verschreibungsverhalten von Ärzten. „Mehr Aufklärung und eine verantwortungsvolle Verschreibungspraxis“, fordert daher die Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn. Die Bundesärztekammer (BÄK) begegnet dem Problem mit der Erarbeitung eines Leitfadens, der Ärzten Hinweise zur Verschreibung von Medikamenten mit Missbrauchspotenzial an die Hand geben soll. Der Leitfaden soll Anfang des Jahres veröffentlicht werden. Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, kündigte an, in Gesprächen mit der BÄK und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände die Umsetzung des Leitfadens vorantreiben zu wollen. PB
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.