TECHNIK
Hochsicherheitslabor: Gefährlichen Viren auf der Spur
Dtsch Arztebl 2008; 105(4): A-174 / C-160


Foto: Universität Marburg
Die Universität Marburg hat Ende 2007 das erste deutsche Hochsicherheitslabor zur Erforschung von Viren, wie zum Beispiel den Erregern von Ebola, SARS und der Vogelgrippe, in Betrieb genommen. Das neue Labor des Instituts für Virologie gehört zur Klasse mit dem Biologischen Sicherheitslevel vier und entspricht der höchsten Sicherheitsstufe nach dem Gentechnikgesetz.
Im neuen Gebäude ist die Laborfläche von den übrigen Stockwerken und der Außenwelt hermetisch abgeriegelt. Der technisch dichte Laborraum aus Edelstahl und die Lüftungsanlage sind so ausgerichtet, dass sie weder die Wissenschaftler noch die Umwelt gefährden. Bis zu 16 Mitarbeiter werden Zugang zum Labor erhalten, der über drei Schleusen gesichert ist. Parallel können bis zu vier Mitarbeiter in Vollschutzanzügen im Labor jeweils drei Stunden arbeiten.
Das Hochsicherheitslabor soll für die Diagnostik von importierten (zum Beispiel Marburg-, Ebola- und Lassaviren), neuen (etwa SARS-Coronavirus) und ausgerotteten (etwa Pockenviren) Viruserkrankungen genutzt werden. Dabei wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Behandlungszentrum für hochpathogene Viruserkrankungen in Frankfurt/Main angestrebt. Die Hälfte der Baukosten von rund 11,5 Millionen Euro, die das Land Hessen und der Bund finanzierten, entfiel auf die technische Ausstattung. Das Labor unterstreiche die herausragende Rolle der Marburger Virologie und der gesamten Universität für die Forschung, erklärte Vizepräsident Prof. Dr. Gerhard Heldmaier. Vergleichbare Einrichtungen gebe es zurzeit in Europa nur in Lyon und Stockholm. SIH
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