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POLITIK

3 Fragen an… Willi Zylajew, pflegepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Dtsch Arztebl 2008; 105(5): A-190 / B-172 / C-172

Die Union ist gegen die geplanten Pflegestützpunkte. Was ist an wohnortnaher Beratung und Vernetzung von Hilfsangeboten auszusetzen?

Zylajew: Das Anliegen ist richtig, aber der Weg ist völlig falsch. Mit den Pflegestützpunkten entstehen lediglich neue bürokratische, ineffiziente Strukturen. Wir wollen, dass jeder Euro aus der Beitragserhöhung auch wirklich bei den Pflegebedürftigen ankommt.

Im Kabinett hat die Union der Pflegereform zugestimmt. Kommt der Protest nicht etwas spät?

Zylajew: Der Gesetzentwurf ist in der Ministerialbürokratie entstanden. Er wurde über das Kabinett und ohne Mitwirkung des Parlaments vorgelegt. Die Unionsfraktion war also im Vorfeld nicht beteiligt.

Die Union plädiert als Alternative zu den Pflegestützpunkten für Beratungsgutscheine. Was würden die an dem Vernetzungsproblem ändern?

Zylajew: Ein Gutscheinmodell erfüllt den Anspruch der Betroffenen auf unabhängige Beratung bei akkreditierten Stellen. Vorhandene Strukturen können wachsen, der Wettbewerb zwischen den Leistungsanbietern wird gestärkt. Dieses Modell ist preiswerter. Das gesparte Geld wäre in der Versorgung Demenzkranker besser angelegt.
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