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KULTUR

Kulturkalender: Die Macht der Leidenschaft

Dtsch Arztebl 2008; 105(8): A-404

Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Foto: SPSG (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten)
BERLIN
13. März bis 26. Mai:
Macht und Freundschaft.
Berlin – Sankt Petersburg 1800–1860
Selten war der deutsch-russische Kulturaustausch so intensiv wie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das lag zum einen an den verwandtschaftlichen Bindungen zwischen dem preußischen und dem russischen Herrscherhaus, den Hohenzollern und den Romanows, zum anderen an den politischen Konstellationen in Europa. Mit faszinierenden Kunstschätzen und kulturgeschichtlichen Zeugnissen beleuchtet die Ausstellung diese besonderen Beziehungen zwischen Preußen und Russland. Verschiedene Exponate sind nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals öffentlich zu sehen.
Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7/Ecke Stresemannstraße 110, Mi.–Mo. 10–20 Uhr

DRESDEN
23. Februar bis 26. Mai:
DruckStelle. Graphik von Chillida bis Uecker
Die Galeristen und Kunstverleger Franz Larese und Jürg Janett waren jahrzehntelang in St. Gallen tätig. In ihrer Galerie „Im Erker“ und der hauseigenen Druckwerkstatt kamen unter anderem Antoni Tàpies, Hans Hartung, Günther Uecker, aber auch Schriftsteller wie Eugène Ionesco, Halldór Laxness oder Martin Heidegger zusammen, die gemeinsam mit den Künstlern bibliophile Bücher schufen.
So entstanden zahlreiche Werke, die die vorrangig ungegenständlichen Strömungen in der Kunst des 20. Jahrhunderts repräsentieren und durch eine Schenkung nun in Dresden beheimatet sind.
Residenzschloss, Kupferstich-Kabinett,
Eingang Sophienstraße, tgl. (außer Di.) 10–18 Uhr

DÜSSELDORF
bis 27. April:
Der letzte Blick
Vor der Schließung des K20 für eineinhalb Jahre sind nochmals die wichtigsten Meisterwerke der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu sehen. Einen Schwerpunkt der Sammlung bildet die Kunst vor 1945. Zu den Highlights aus dieser Zeit gehören Pablo Picassos monumentale „Deux femmes nues assises“ (1920), George Braques kubistisches Stillleben „Nature morte, harpe et violon“ (1911) und Marc Chagalls schwungvolle Komposition „Le violoniste“ (1911).
K20-Kunstsammlungen NRW, Grabbeplatz 5, Di.–Fr. 10–18, Sa.–So. 11–18, jeden ersten Mi. im Monat 10–22 Uhr

FRANKFURT/MAIN
22. Februar bis 1. Juni:
Impressionistinnen
Nach den großen Impressionistenausstellungen der vergangenen Monate präsentiert nun die Schirn am Beispiel von vier Malerinnen den wesentlich weniger bekannten, aber nicht minder faszinierenden weiblichen Anteil an der Bewegung: Berthe Morisot, Mary Cassatt, Eva Gonzalès und Marie Braquemond stehen exemplarisch für alle die Künstlerinnen, die in jener bewegten Epoche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf höchstem Niveau malten, zeichneten, radierten und bildhauerten. Der impressionistische Stil, der mit seiner Hervorhebung von Lichteffekten, seiner Skizzenhaftigkeit und der Wahl der Sujets ohnehin als „feminine“ Kunstrichtung gilt, zeigt sich anhand von 150 Werken in authentischer weiblicher Interpretation.
Schirn-Kunsthalle, Römerberg, Di. und Fr.–So. 10–19, Mi.–Do. 10–22 Uhr

WUPPERTAL
bis 22. Juni 2008:
Ein Fest der Sinne
Rembrandt, Ruisdael, van de Velde – die großen Künstler des 17. Jahrhunderts sind schon fast ein Synonym, wenn man über die „Alten Meister“ spricht. Auf der Basis seines bemerkenswerten Bestands aus dieser Epoche präsentiert das
Von-der-Heydt-Museum die großen Entwicklungen im „Goldenen Zeitalter“ der niederländischen Malerei und Grafik. Dabei bildet der Manierismus flämischer Maler um 1600 den Ausgangspunkt. Nach und nach wandten sich die Künstler dann einem sinnlichen Realismus zu.
Von-der-Heydt-Museum, Turmhof 8, Di.–So. 11–18, Do. 11–20 Uhr

Foto: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Der besondere Tipp
Dämonische Welten
Die Legende vom verführten, bedrängten und gequälten Eremiten Antonius hat Künstlern von Hieronymus Bosch bis Max Ernst seit jeher reichen Stoff für fantastische Bildwelten geboten: Hässliche Dämonen treffen auf laszive Schönheiten, kuriose Mischwesen bevölkern bizarre Landschaften. Die Grenzen zwischen Schein und Sein, Wunsch- und Alptraum verschwimmen. Rund 80 Werke aus fünf Jahrhunderten, darunter Gemälde von Paolo Veronese, Jan Bruegel, Salvator Rosa, Lovis Corinth und Max Ernst entfalten ein spektakuläres Panorama der Lüste und Schrecken (bis 18. Mai 2008).
„Schrecken und Lust – Die Versuchung des heiligen Antonius“: Bucerius-Kunst-Forum, Rathausmarkt 2, Hamburg, tgl. 11–19, Do. 11–21 Uhr
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