AKTUELL

Stammzelltransplantation: Kritik an später IQWiG-Neubewertung

Dtsch Arztebl 2008; 105(9): A-429 / B-385 / C-381

Zylka-Menhorn, Vera

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) stimmt der neuen Bewertung der Stammzelltransplantation bei schwerer aplastischer Anämie durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zu. Der DGHO-Vorstand begrüßt ausdrücklich die Relativierung der bisherigen Bewertung. Gleichzeitig kritisiert die Fachgesellschaft jedoch die späte Reaktion des Instituts auf die Kritik der Experten.

„Die neuerliche Untersuchung bestätigt nur, was wir bereits in den letzten Jahren immer wieder betont haben“, stellt Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Vorsitzender der Fachgesellschaft fest. „Bei fehlendem Familienspender und einer fehlenden Wirksamkeit der immunsupressiven Therapie ist die allogene Stammzelltransplantation der einzig gangbare Weg. Bei einem passenden Fremdspender wäre jede andere Therapieentscheidung unethisch.“ Die vom IQWiG zitierte Studie belegt für den Vorstand der DGHO nur den von Experten schon in der Vergangenheit immer wieder betonten dramatischen Effekt der allogenen Stammzelltransplantation gegenüber der immunsupressiven Behandlung in der Zweitlinientherapie.

„Es ist schon sehr erstaunlich, dass der Hinweis auf Registerdaten während der ersten Berichterstellung nicht berücksichtigt wurde, heute aber derartige Daten anerkannt werden“, wundert sich Prof. Dr. Mathias Freund, Sekretär der Fachgesellschaft, und betont: „Was die Ärzte in der zitierten Studie machen, spiegelt die Standardbehandlung in Deutschland wider.“ zyl
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Alle Leserbriefe zum Thema

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

Anzeige