

Pamalican Island Foto: amanresorts
Einige Tage auf paradiesischen Privatinseln abtauchen und dem Müßiggang frönen
Eine Insel allein besitzen, nur für einige Tage – ein Traum. Aufwachen, der erste, noch schlaftrunkene Blick richtet sich auf das Blau des Himmels. Einen kleinen, von Palmen gesäumten Weg zum Strand hinuntergehen. Es weht kaum Wind, der weiße Sand scheint am Untergrund festzukleben. Es ist sieben Uhr morgens, die Sonne steht bereits hoch am Himmel, ich muss die Augen zusammenkneifen, um den Blick nach vorn richten zu können. Denn vorn, da liegt das Meer. Es ist glasklar, spiegelglatt.
Es gibt diese kleinen Paradiese. Man muss nur nach ihnen suchen. Pamalican Island ist so eins. Es gehört zu den 1 800 Inseln Palawans und bildet die nördliche Hälfte der Cuyo Islands. Auf Pamalican befinden sich, wie Farbkleckse verteilt, 40 Casitas, 65 Quadratmeter große, mit heimischen Hölzern und Rattanmöbeln eingerichtete Luxusherbergen, in denen Ruhesuchende abtauchen können.
In einer Stunde ist die Insel einmal zu Fuß umlaufen. Der Weg führt vorbei an kleinen Buchten, vor denen Urlauber, auf weißen Matten sitzend, frühstücken können, vorbei an einer kleinen Kapelle, in der auch Brautpaare getraut werden. Auf Felsen stehen mit weißen Stoffen überspannte Bänke. Die Stunden auf Pamalican schwinden dahin, ohne dass ich das Angebot aus Schnorcheln, Surfen, Tauchen, Fischen, Fitness, Segeln oder Massage auch nur ansatzweise nutzen könnte. Mafaldar de Branganca, die zusammen mit ihrem Mann Noel das Resort betreibt, bezeichnet diesen Zustand als „sich wie zu Hause fühlen“. Doch war es zu Hause jemals so schön?
Nicht ganz so verträumt, aber ähnlich individuell geht es an vielen Orten auf den Philippinen zu, schließlich ist deren Inselwelt so verwinkelt, verwunschen und verschlungen, dass selbst umtriebige Reisende nach stundenlangen Bootsfahrten oder Kurzstreckenflügen von Manila auf die Visayas immer wieder bislang unentdeckte Plätze finden. Das Ferienhaus des Briten Garry Folly bei Binduyan zum Beispiel. Auch hier ist es der unmittelbare Blick aufs Meer, der zum Träumen verleitet. Das 200 Quadratmeter große, zweistöckige Haus liegt direkt am Hang, das Blau des Pools scheint sich mit dem des Meers zu vermischen. Ein verschlungener Pfad aus Kieselsteinen führt vom Pool zu einem Steg hinunter, von dort aus sind es nur wenige Schritte bis zum Wasser. Was hier zählt, ist das gleichmäßige Rauschen des Meers, der Anblick der sagenhaften Sonnenauf- und -untergänge, der Mond, der sich in dem kleinen Pool vor Garrys Haus spiegelt. Hier erhalten Tage ihren Sinn dadurch, allein, mit Familie oder Freunden unter freiem Himmel zu sitzen, ab und an schwimmen zu gehen, und mit Lisa, der guten Seele des Hauses, abends über philippinische Kochrezepte zu plaudern.
Ist man des Müßiggangs nach einigen Tagen überdrüssig, lohnt sich entweder ein Ausflug zum zwei Stunden entfernten Underground River im St. Paul Subterranean River National Park. Dort befindet sich mit 8,2 Kilometern Länge einer der größten Untergrundflüsse weltweit. Oder es bietet sich ein Abstecher nach Puerto Princessa, in die Hauptstadt Palawans, an. Was auf den ersten Blick wie eine normale philippinische Provinzhauptstadt aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Vorzeigestadt. Edward Hagedorn, langjähriger Bürgermeister mit angeblich deutschen Vorfahren, zeigt sich seit Jahren bemüht, sein Puerto sauber zu halten. Mehrfach hat die Regierung die Inselhauptstadt bereits als grünsten und saubersten Ort des Archipels ausgezeichnet. Hier findet man Mülleimer links und rechts der Straßen, Zigarettenkippen oder ausgetretene Kaugummis sucht man vergebens. Hier macht es Spaß, auf dem Markt heimische Früchte zu kosten und dabei mit den Einheimischen um die Preise zu feilschen. Martina Merten
Informationen:
Unterkünfte: 2G Manila, Unit 2G, TAL Building, Edison Street, Makati City, Metro Manila, Philippines, glvtorres@yahoo.com, www.2gmanila.multiply.com; Manila Peninsula Hotel,
Corner of Ayala & Makati Avenue, 1226 Makati City,
Metro Manila, Philippines,
www.peninsula.com; Unterkünfte auf und um Palawan: www.amanresorts.com, amanpulo@amanresorts.com.
Reiseliteratur: Jens Peters: Philippines Travel Guide; Albrecht G. Schaefer: Philippinen.
Auskünfte: www.wowphilippinestravelagency.com,
www.philippineembassy.de, www.travelphil.com.
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