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MEDIEN

Schmerztherapie: „Problem erkannt, Problem gebannt“

Dtsch Arztebl 2008; 105(30): A-1613 / B-1392 / C-1360

Wirz, Stefan

Esther M. Pogatzki-Zahn, Hugo K. Van Aken, Peter K. Zahn (Hrsg.): Postoperative Schmerztherapie. Pathophysiologie, Pharmakologie und Therapie. Thieme, Stuttgart, New York, 2008, 384 Seiten, kartoniert, 59,95 Euro
Divinum est sedare dolorem! Bei geschätzt weltweit 7,5 Millionen Operationen kommt dem Leitspruch von Galen eine besondere Bedeutung zu. Umso gravierender ist der Missstand, dass trotz ausreichender schmerztherapeutischer Möglichkeiten immer noch mehr als 50 Prozent der Patienten in der postoperativen Phase unter starken Schmerzen leiden müssen. Dieses Problem, das regelmäßig zu einer erhöhten Inzidenz von Komplikationen, einem verschlechterten „outcome“ und letztendlich erhöhten Kosten führt, greift erstmals das Buch „Postoperative Schmerztherapie“ auf. Nach dem Prinzip „Problem erkannt, Problem gebannt“ bietet dieses gut gegliederte Lehrbuch neben einer Übersicht über die pathophysiologischen und pharmakologischen Grundlagen praktisch anwendbare Behandlungsleitlinien für eine effektive Therapie postoperativer Schmerzen. Gelungen ist hierbei die Aufschlüsselung nach bestimmten Patientengruppen, wie Schwangeren, Kindern oder geriatrischen Patienten. Lösungsansätze bietet dieses Buch bei besonderen Problemkonstellationen, zum Beispiel Substanzabhängigkeit oder vorbestehender Schmerzchronifizierung. Sinnvoll ist die Aufnahme juristischer Grundsätze und pflegerischer Möglichkeiten. Die Behandlung konkreter Fragen zu Organisation, Abrechnungsmodalitäten oder der praktischen Etablierung eines Akutschmerzdienstes betonen die klinische Ausrichtung des Buchs, wobei die übersichtlich gehaltenen Tabellen und Protokollvorlagen hilfreich sind.

Trotz der guten inhaltlichen Qualität weist das Buch leider einige handwerkliche Beschränkungen auf: Uneinheitliche Bezeichnungen, wie tNSAID, NSAID oder NSAR oder Bupivacain und Bupivacaine, oder die wiederholte Besprechung einzelner Pharmaka in mehreren Kapiteln könnten den Leser verwirren. Widersprüchlich sind auch einige Details: Die Erwähnung der S3-Leitlinien bedeutet nicht, dass sie in allen Aspekten konform sind, weshalb es zu Abweichungen kommt. Die Äquipotenzangaben einiger Opioide sind nicht unumstritten.

Dennoch bleibt ein positives Fazit. Dieses Buch ist nicht nur für Anästhesisten interessant, sondern auch für die Vertreter der operativen Fachrichtungen. Stefan Wirz
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