MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Die Mastozytose

Eine Erkrankung der hämopoetischen Stammzelle

Mastocytosis – A Disease of the Hematopoietic Stem Cell

Dtsch Arztebl 2008; 105(40): 686-92; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0686

Horny, Hans-Peter; Sotlar, Karl; Valent, Peter; Hartmann, Karin

Einleitung: Die Mastozytose ist eine ungewöhnliche klonale Erkrankung der hämopoetischen Stammzelle.
Methode: Die Aussagen der nachfolgenden Arbeit stützen sich auf eine selektive Literaturrecherche mittels der Datenbank „PubMed“ sowie eigene klinische Erfahrungen der Autoren.
Ergebnisse: Die klinische Präsentation und Symptomatik der Mastozytose umfasst ein breites Spektrum, das von der häufigen, prognostisch günstigen kutanen Mastozytose bis hin zu der seltenen, tödlich verlaufenden Mastzellleukämie reicht. In der Regel sprechen Mediator-vermittelte Symptome auf H1-Antihistaminika an. Für die zytoreduktive Behandlung der progressiven systemischen Formen fehlen bisher therapeutische Standards.
Diskussion: Da die Symptomatik der Mastozytose zum Teil unspezifisch ist und anderen Erkrankungen ähnelt, besteht die Gefahr, sie als Grunderkrankung zu übersehen. Andererseits kann es vorkommen, dass aufgrund einzelner Symptome zwar an eine Mastozytose gedacht wird, morphologische und molekulare Befunde diese jedoch ausschließen. Die Mastozytose sollte anhand definierter Kriterien von anderen Erkrankungen mit überlappenden Symptomen abgegrenzt werden.
Dtsch Arztebl 2008; 105(40): 686–92
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0686
Schlüsselwörter: Mastozytose, Differenzialdiagnose, anaphylaktische Reaktion, Urtikaria, Diagnosestellung
Seit ihrer Erstbeschreibung durch Paul Ehrlich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts (1) war die Gewebsmastzelle (= Mastzelle) selten von so großem Interesse wie heute. Bis vor kurzem hat man die Mastzelle überwiegend als Effektorzelle bei allergischen Erkrankungen gesehen. Erst neuere Befunde aus den letzten zehn Jahren konnten zeigen, dass Mastzellen auch entscheidende Funktionen in der Abwehr von Pathogenen besitzen und bei vielen Prozessen wie Wundheilung, Tumorkontrolle und Transplantattoleranz eine wichtige immunregulatorische Rolle spielen (2, 3). Eine primäre klonale Vermehrung von Mastzellen findet sich bei den verschiedenen Formen der Mastozytose.

Schon kurz nach Entdeckung der Mastzelle konnte die sogenannte Urticaria pigmentosa mit einer kutanen Mastzellvermehrung in Verbindung gebracht werden. Es dauerte aber noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts, ehe eine systemische Mastozytose und wenig später auch der erste Fall einer Mastzellleukämie erkannt wurden.

Patienten mit Mastozytose bieten ein vielfältiges klinisches Erscheinungsbild, das jedoch, abgesehen von den charakteristischen makulopapulösen pigmentierten Hautveränderungen der Urticaria pigmentosa, zunächst nicht an diese Erkrankung denken lässt. Neben Pruritus, Quaddeln und Anaphylaxien kommt es häufig auch zu unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder gastrointestinalen Beschwerden, die auf eine vermehrte, gleichsam überschießende Freisetzung von Mastzellmediatoren zurückzuführen sind (unter anderem Histamin, Heparin, Tryptase, Leukotriene, Prostaglandine und Zytokine wie Interleukine und Tumornekrosefaktor). Zunehmend häufiger denkt man deshalb bei Patienten mit unklarer gastrointestinaler Symptomatik differenzialdiagnostisch an eine Mastozytose. Die Diagnose einer Mastozytose sollte jedoch in jedem Fall nur entsprechend den WHO-Kriterien gestellt werden und die hierzu notwendigen histologischen, immunhistochemischen und molekularen Untersuchungen beinhalten (4, 5). Die Diagnosesicherung der Mastozytose anhand eines anamnestischen Fragebogens entspricht nicht den allgemein anerkannten Kriterien der WHO. „Mastzellaktivierungssyndrome“ bei reaktiver (nicht klonaler) Vermehrung der Mastzellen zeigen ein ähnliches, teilweise überlappendes klinisches Erscheinungsbild, müssen jedoch klar von der Mastozytose abgegrenzt werden (6).

Methodik
Grundlage dieser Arbeit ist zum einen die publizierte Literatur zur Mastozytose (selektive Literaturaufarbeitung der in „PubMed“ gelisteten Publikationen unter Benutzung der Suchworte „mastocytosis“, „systemic mastocytosis“ und „human“), zum anderen die eigene Erfahrung der Autoren durch die klinische Betreuung von Patienten mit Mastozytose oder die Beurteilung der Morphologie und Histopathologie von Patientengewebe.

Definition
Die Mastozytose ist eine klonale Erkrankung der hämatopoetischen Stammzelle mit einem breiten klinischen und morphologischen Erscheinungsbild (4, 7). Bei der kutanen Mastozytose beschränkt sich die Vermehrung der Mastzellen auf die Haut. Die systemische Mastozytose befällt mindestens ein extrakutanes Organ. Fast immer ist hier das Knochenmark betroffen, seltener wird die Erkrankung histologisch auch in Lymphknoten, Milz, Leber oder anderen Organen nachgewiesen. Die meisten Patienten weisen eine aktivierende Punktmutation des Kit-Gens auf (KitD816V). Sowohl die Expression von Kit (CD117) auf der Zellmembran wie auch die KitD816V-Mutation sind allerdings nicht spezifisch für eine Mastozytose.

Häufigkeit
Genaue Angaben zur Häufigkeit der Mastozytose fehlen. So wurde eine Inzidenz von 5 bis 10 Neuerkrankten pro eine Million Einwohner pro Jahr geschätzt (3). In dermatologischen Praxen und Polikliniken weist ein Patient unter 1 000 bis 8 000 neu vorgestellten Fällen eine Mastozytose auf (8). Die häufigsten Mastozytosekategorien sind die kutane und die indolente systemische Mastozytose. Am seltensten ist die Mastzellenleukämie, sie gilt sogar als die seltenste Leukämieform des Menschen überhaupt. Etwa zwei Drittel der Patienten sind Kinder, ein Drittel Erwachsene.

Pathogenese
Wichtige Beiträge zur molekularen Pathogenese der Mastozytose wurden während der letzten 15 Jahre publiziert (9). So führt bei normalen reifen Mastzellen die Aktivierung des Kit-Rezeptors (CD117) durch seinen Liganden Stammzellfaktor (stem cell factor = SCF) zu vermehrter Proliferation, verlängertem Überleben und verstärkter Mediatorfreisetzung. Bei der Mastozytose sind diese Funktionen durch eine somatische Mutation des kodierenden Kit-Gens im Sinne einer autokrinen Dysregulation verstärkt. Der überwiegende Teil der Patienten mit Mastozytose zeigt eine Punktmutation des Kit-Gens in Kodon 816 (= KitD816V) (10, 11, e1). Selten kommen auch andere Mutationen des Kit-Gens vor (10, e1, e2).

Kit wird zusammen mit dem „platelet-derived-growth-factor-receptor-alpha“ (PDGFRA) zur Subgruppe III der transmembranären Rezeptortyrosinkinasen gerechnet. Eine Aktivierung des PDGFRA durch das Genrearrangement Fip1-like-1-PDGFRA (FIP1L1-PDGFRA) ist häufig mit Hypereosinophiliesyndrom oder chronischer Eosinophilenleukämie assoziiert (12). Zum Teil wurden hier Überschneidungen mit der systemischen Mastozytose beobachtet: Bei der Mehrzahl der Patienten mit Hypereosinophiliesyndrom wird eine Vermehrung atypischer Mastzellen beobachtet, umgekehrt wurden auch seltene Fälle einer systemischen Mastozytose mit assoziierter chronischer Eosinophilenleukämie (SM-CEL) gesehen (7, 13). Bisher ist es noch nicht gelungen, die beiden molekularen Defekte KitD816V und FIP1L1-PDGFRA bei einem Patienten gleichzeitig nachzuweisen (13). Im Unterschied dazu konnte man bei anderen, mit der Mastozytose assoziierten hämatologischen Neoplasien, durchaus neben KitD816V die für die jeweilige Neoplasie charakteristische molekulare Veränderung identifizieren (14). Der Nachweis von KitD816V oder FIP1L1-PDGFRA ist von besonderer therapeutischer Bedeutung, da der Tyrosinkinaseinhibitor Imatinib nur bei FIP1L1-PDGFRA wirksam ist (10, 15).

Klinik
Die Symptome der Mastozytose sind vielfältig (3, 4). Bei etwa 80 % der Patienten entstehen charakteristische braunrote Hautveränderungen. Diese makulopapulösen Läsionen sind bei Erwachsenen in der Regel kleiner als 0,5 cm Durchmesser und treten anfangs vor allem an Oberschenkeln und am Rumpf auf (Abbildung 1). Bei Kindern sind die Effloreszenzen meist größer (0,5 bis 3 cm) und betreffen oft das gesamte Integument (Abbildung 2), typischerweise auch den Kopf und das laterale Gesicht . Beide Formen werden als makulopapulöse kutane Mastozytose (früher: Urticaria pigmentosa) bezeichnet. Das solitäre Mastozytom der Haut ist selten (Abbildung 3). Eine ungewöhnliche kutane Unterform ist die diffuse „erythrodermische“ Mastozytose mit gleichmäßiger gelbroter Verfärbung des gesamten Integuments (Abbildung 4). Die mechanische Reizung der Mastozytoseherde führt durch Freisetzung von Mastzellmediatoren zu Rötung, urtikarieller Schwellung und Juckreiz (Darier-Zeichen). Die kleinen makulopapulösen Hautveränderungen können sowohl bei der rein kutanen als auch bei den systemischen Mastozytosen auftreten. Patienten mit Hautveränderungen leiden oft unter Juckreiz und Quaddelbildung, vor allem bei Exposition gegenüber Wärme oder Kälte. Bei kleinen Kindern sind die Mastozytoseläsionen zum Teil mit Blasen assoziiert (bullöse kutane Mastozytose).

Alle Formen der Mastozytose können mit gastrointestinalen Symptomen wie Übelkeit und anfallsartigen Diarrhöen verbunden sein, die wahrscheinlich durch eine Histaminämie hervorgerufen werden (5, 16). Viele Patienten berichten zudem über muskuloskeletale Symptome und Abgeschlagenheit, selten wurden auch neurologische Symptome beschrieben. Von besonderer Bedeutung sind die Anaphylaxien, insbesondere nach Insektenstichen (17, e3). Bei Patienten, die sich wegen Anaphylaxie nach Wespen- oder Bienenstich bei einem Arzt vorstellen, kann gelegentlich eine bisher nicht erkannte Mastozytose nachgewiesen werden (17, e3). Diese Patienten zeigen in der Regel eine isolierte Knochenmarkmastozytose ohne Hautveränderungen. Etwa 10 bis 30 % der Patienten mit systemischen Mastozytosen entwickeln eine Osteopenie beziehungsweise Osteoporose. Pathologische Frakturen können auch das erste Symptom einer Mastozytose sein (e4).

Eine Untergruppe von Patienten mit Mastozytose weist signifikante Blutbildveränderungen wie zum Beispiel Eosinophilie, Monozytose oder Blastenvermehrung auf. Diese Befunde sind Hinweis auf eine systemische Mastozytose mit assoziierter hämatologischer nicht-mastozytärer klonaler Erkrankung der Hämatopoese (SM-AHNMD). Diese Assoziation zwischen Mastozytose und nicht-mastozytärer hämatologischer Neoplasie ist einmalig im gesamten Spektrum der hämatologischen Neoplasien (5, 7). Als assoziierte hämatologische Erkrankung wurden fast alle myeloischen und lymphatischen Neoplasien mit unterschiedlicher Häufigkeit beschrieben. Es kommen Erkrankungen aus der Gruppe der myeloischen Neoplasien, speziell myelodysplastische/myeloproliferative Syndrome (MDS/MPS) weitaus häufiger als lymphatische Neoplasien vor, bei denen multiple Myelome dominieren (7). Die eigene nosologische Stellung der SM-AHNMD wird auch durch molekulare Befunde bestätigt, denn durch Mikrodissektionsanalysen konnte nachgewiesen werden, dass die aktivierende Mutation KitD816V nicht nur in Mastzellen sondern auch in Zellen des AHNMD-Kompartments vorkommt (14).

Die aggressive systemische Mastozytose (ASM) ist durch eine diffuse verdrängende Mastzellinfiltration charakterisiert, die zu einer Beeinträchtigung der Organfunktion, speziell einer Knochenmarkinsuffizienz, führt (4). Als Folge dieser seltenen exzessiven Mastzellvermehrung haben die Patienten Organomegalien, meist Splenomegalie, Zytopenien, Leberversagen, Malabsorption, Kachexie oder Osteolysen mit pathologischen Frakturen.

Die Mastzellenleukämie muss von der ASM abgegrenzt werden und ist durch mehr als 20 % atypische Mastzellen im Knochenmarkausstrich gekennzeichnet. Im Blut sieht man ebenfalls eine signifikante Mastzellvermehrung (> 10 % der Leukozyten). Aleukämische Mastzellenleukämien kommen vor. Stets ist auch hier eine Vermehrung der Mastzellen im Markausstrich von mehr als 20 % der kernhaltigen Zellen zu fordern (Abgrenzung zur ASM).

Eine Rarität unter den Mastozytosen ist das initial lokalisierte, später generalisierte beziehungsweise leukämisch verlaufende Mastzellsarkom (4).

Prognose
Patienten mit kutaner und indolenter systemischer Mastozytose haben eine günstige Prognose, das heißt bei mehr als 95 % der Patienten ist die Lebenserwartung nicht verkürzt (4, e5). Bei mehr als der Hälfte der kindlichen kutanen Mastozytosen kommt es zu einer spontanen Remission bis zur Adoleszenz. Bei adulten Patienten ist die Erkrankung in der Regel chronisch, nur bei einem kleinen Teil der Patienten mit indolenter systemischer Mastozytose zeigt sich eine Rückbildungstendenz. Bei Patienten mit assoziierter hämatologischer Neoplasie (SM-AHNMD) ist die assoziierte Erkrankung (AHNMD) in der Regel für die Prognose entscheidend. Die progressiven Verlaufsformen der systemischen Mastozytose, speziell die aggressive systemische Mastozytose und die Mastzellenleukämie, sind lebensbedrohlich und führen ohne zytoreduktive Therapie innerhalb weniger Monate zum Tod (16).

Klassifikation
Einen ersten Klassifikationsversuch der Mastozytosen legten 1979 die beiden Kieler Pathologen Lennert und Parwaresch vor (18). Nach verschiedenen Modifikationen verständigte sich 2000 eine internationale Expertengruppe auf die Klassifikation, die 2001 von der WHO übernommen wurde (4) und weitgehend unverändert auch in der revidierten WHO-Publikation zur Klassifikation der hämatologischen Neoplasien von 2008 übernommen werden wird (Kasten). Diese Klassifikation unterscheidet sieben Kategorien:
- reine kutane Mastozytose (häufigste Variante: makulopapulöse kutane Mastozytose oder Urticaria pigmentosa),
- indolente systemische Mastozytose mit Befall zumindest eines extrakutanen Gewebes, vorwiegend des Knochenmarks,
- systemische Mastozytose mit assoziierter hämatologischer Neoplasie (SM-AHNMD),
- aggressive systemische Mastozytose,
- Mastzellenleukämie,
- Mastzellsarkom und
- extrakutanes (benignes) Mastozytom.
Historische Termini wie „generalisierte Mastozytose“, „maligne Mastozytose“, „Mastzellretikulose“ und „Morbus Rywlin“ (sogenannte eosinophile fibrohistiozytische Läsion) sind obsolet (7).

Diagnostische Kriterien
Grundsätzlich ist die Diagnose einer Mastozytose nur histologisch am Gewebeschnitt möglich, wobei die Organe Haut für die kutane Form und Knochenmark für die systemischen Varianten die entscheidenden Entnahmeorte für Biopsate sind (4, 16). Für die kutane Mastozytose wurden in der WHO-Klassifikation, neben den histologisch nachweisbaren intradermalen Mastzellinfiltraten, die typischen klinischen Hautläsionen der verschiedenen Formen als diagnostisches Kriterium angewendet. Da normale und reaktive Mastzellen nur in sehr seltenen Fällen – nach Applikation von hämatopoetischen Wachstumsfaktoren – kompakt-kohäsive Infiltrate im Knochenmark ausbilden, definierte man den Nachweis kompakter Mastzellinfiltrate als einziges und entscheidendes diagnostisches Hauptkriterium für die systemische Mastozytose. Zwei der vier diagnostischen Nebenkriterien für eine systemische Mastozytose (gehäuftes Vorkommen von spindelförmigen Mastzellen und aberrante Expression von CD25 und/oder CD2 auf Mastzellen) sind ebenfalls am Gewebeschnitt leicht nachzuweisen oder auszuschließen. Die Expression von CD25 lässt sich, neben der Immunhistochemie, auch gut mittels Durchflusszytometrie des Knochenmarks darstellen und quantifizieren (e5). Weitere diagnostische Nebenkriterien beinhalten den Nachweis einer aktivierenden Kit-Mutation in Exon 17, meist KitD816V, und eines chronisch erhöhten Serumtryptasewerts (> 20 mg/mL). Da für die Diagnose einer systemischen Mastozytose entweder das Hauptkriterium und wenigstens eines der vier Nebenkriterien oder, bei fehlendem Hauptkriterium, drei der vier Nebenkriterien zu erfüllen sind, kann die Diagnose einer systemischen Mastozytose durch den Pathologen in der Regel allein mit dem Gewebeschnitt gestellt werden (Abbildungen 5 bis 7). Meist handelt es sich um Knochenmark, seltener um Schleimhaut des Gastrointestinums. Für beide Gewebe gilt, dass ein Nachweis kompakter Infiltrate, die mehr als 25 % spindelförmige und/oder CD25-positive Mastzellen enthalten, nötig ist (4).

Vorgehen bei Verdacht auf Mastozytose
1. Bestimmung der Serum-Tryptase
2. Dermatologische Untersuchung zum Nachweis oder Ausschluss einer kutanen Mastozytose
3. Histologische/immunhistochemische Untersuchung des Knochenmarks (Beckenkammtrepanat) oder eines anderen Gewebes (zum Beispiel Schleimhaut aus dem Gastrointestinaltrakt)
4. Molekulare Untersuchung des Gewebes zum Nachweis oder Ausschluss einer aktivierenden Kit-Mutation in Exon 17 (evtl. auch Untersuchung mikrodisseziierter gepoolter Mastzellen und von Zellen der assoziierten Neoplasie bei Fällen einer SM-AHNMD).

Therapie
Für alle Patienten mit Mastozytose ist die Aufklärung und Beratung bezüglich der erhöhten Neigung zu Anaphylaxien von besonderer Bedeutung. Auslöser von Anaphylaxien können zum Beispiel Insektenstiche, Medikamente, Narkosen oder Nahrungsmittel sein (17, e3). Vor diesem Hintergrund empfehlen die Autoren allen Patienten mit Anaphylaxie-Anamnese, bullösen Hautveränderungen und diffuser kutaner Mastozytose, ein Notfallset mitzuführen.

Zur medikamentösen Therapie der Mastozytose existieren bisher nur wenige nicht randomisiert kontrollierte Studien mit kleinen Fallzahlen (19, 20) – das Evidenzlevel für die folgenden Empfehlungen ist daher gering (Evidenzlevel 4a und 4b). Die klinische Erfahrung zeigt, dass sich viele kutane, aber auch systemische Symptome, die durch vermehrte Mastzellmediatorfreisetzung hervorgerufen werden, durch H1-Antihistaminika bessern (20, e6). Für die Antihistaminika-Behandlung der Urtikaria, die ebenfalls mit Mediatorfreisetzung assoziiert ist, wird empfohlen, moderne nicht oder nur gering sedierende Antihistaminika zu bevorzugen, weil sie in ihrer mediatorhemmenden Wirkung den älteren Antihistaminika vergleichbar sind und ein günstigeres Nebenwirkungsspektrum haben (21). Die Behandlung mit UV-Licht führt bei einem Teil der Mastozytosepatienten temporär zum Abblassen der Hautveränderungen und zur Reduktion des Juckreizes (22, e7). Bei gastrointestinalen Beschwerden kann man Cromoglicinsäure (Dinatriumcromoglykat) verabreichen (3). Kortikosteroide sind teilweise wirksam zur Prophylaxe bei häufigen Anaphylaxien und bei schweren Formen mit Malabsorption, Diarrhöen und Aszites (19). Zytoreduktive Substanzen sind den aggressiven und leukämischen systemischen Mastozytosen sowie Fällen einer SM-AHNMD vorbehalten (10,16, 23). An kleinen Patientengruppen konnte gezeigt werden, dass Cladribin (2CdA) und Interferon-a, zum Teil kombiniert mit niedrig dosierten Kortikosteroiden, bei etwa 20 bis 50 % der Patienten das Mastzellwachstum inhibieren (24). Bei SM-AHNMD ist in der Regel die AHNMD der klinisch entscheidende Teil der Erkrankung, der nach den jeweiligen etablierten onkologischen Therapieleitlinien behandelt werden muss. Eine gezielte Behandlung mit dem Tyrosinkinaseinhibitor Imatinib ist bei Patienten mit KitD816V-Mutation nicht möglich, weil diese Mutation mit Imatinib-Resistenz verbunden ist (15). Der klinische Stellenwert der neueren Kit-Tyrosinkinaseinhibitoren (PKC412/Midostaurin, Dasatinib und andere), welche in vitro eine deutlich antiproliferative Wirkung auf Mastzellen mit KitD816V-Mutation ausüben, ist derzeit noch unklar (10, 23).

Diskussion und Differenzialdiagnose
Wegen der oft unspezifischen Symptome umfasst die Differenzialdiagnose der Mastozytose ein ungewöhnlich breites Spektrum klinischer Syndrome, zum Beispiel immunologische Prozesse wie Autoimmunerkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen, aber auch den Karzinoid-Flush (4, 7). Viele Patienten mit morphologisch geringer Infiltration des Gewebes (in der Regel bei indolenter systemischer Mastozytose) sind trotzdem durch ihre Mediatorsymptome, wie zum Beispiel Diarrhö, stark belastet. Es ist deshalb bemerkenswert, dass – im Gegensatz zu vielen anderen klonalen Erkrankungen – der Infiltrationsgrad bei Mastozytosen, speziell bei den häufigen Formen der Erkrankung (kutane und indolente systemische Mastozytose), in der Regel gering ist. So macht die Zahl der Mastzellen im Knochenmark bei der Mehrzahl der Fälle weniger als 0,01 % aller kernhaltigen Zellen aus (e5).

Die Basis für die Diagnose einer systemischen Mastozytose ist der morphologische Nachweis eines kompakten Gewebsinfiltrates aus Mastzellen mit atypischem Immunphänotyp und Koexpression von CD25, in der Regel assoziiert mit einer aktivierenden Kit-Mutation im Kodon 816 (4). Tendenzen, die Diagnose nur durch serologische oder andere biochemische Verfahren (zum Beispiel Urinanalyse) und mit einem Fragebogen zu stellen, ist entschieden zu widersprechen. Ein erhöhter Serumtryptasewert wird bei einer Vermehrung der Mastzellmasse beobachtet, berechtigt allein jedoch nicht zur Diagnose einer systemischen Mastozytose, weil auch die reaktive Mastzellvermehrung (Mastzellenhyperplasie) klinisch ein ganz ähnliches Bild bieten kann. Die Mastozytose muss als klonale Erkrankung der Mastzelle beziehungsweise ihrer CD34-positiven, hämatopoetischen Progenitorzelle (Vorläuferzelle) von allen reaktiv-hyperplastischen Mastzellenvermehrungen abgegrenzt werden (6). Ein erhöhter Serumtryptasewert ist stets Anlass, insbesondere bei Blutbildauffälligkeiten und/oder einer Organomegalie, die histologische Untersuchung des Knochenmarks zu erwägen.

In der morphologischen Differenzialdiagnose der Mastozytose sind zum Teil sehr seltene hämatologische Neoplasien wie chronische Basophilenleukämie, myelomastozytäre Leukämie oder Tryptase-positive akute myeloische Leukämie aufzuführen (7). Bei den ungünstig verlaufenden Subvarianten, wie aggressive systemische Mastozytose oder Mastzellenleukämie, kommen differenzialdiagnostisch auch maligne Lymphome oder myeloproliferative beziehungsweise myelodysplastische Erkrankungen infrage. Die Mastozytose stellt sowohl für den erfahrenen Kliniker als auch den Hämatopathologen oft eine besondere diagnostische Herausforderung dar.

Die Autoren sind aktive Mitglieder des deutschen Kompetenznetzwerks Mastozytose und des European Competence Network on Mastocytosis (ECNM). Nationale und internationale Referenzzentren finden sich auf den Internetseiten der beiden Netzwerke (www.mastozytose.net, www.ecnm.net).

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 10. 5. 2007, revidierte Fassung angenommen: 9. 6. 2008

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hans-Peter Horny
Institut für Pathologie
(Referenzzentrum für Hämatopathologie im Rahmen des
European Competence Network on Mastocytosis)
Escherichstraße 6
91522 Ansbach
E-Mail: horny@pathologie-ansbach.com


Summary
Mastocytosis – A Disease of the Hematopoietic Stem Cell
Introduction: Mastocytosis is an unusual clonal disease of the hematopoietic stem cell. Methods: This article is based on a selective literature search and on the authors' clinical and pathological experience. Results: The clinical manifestations of mastocytosis range from cutaneous mastocytosis, a common, prognostically favorable presentation, to mast cell leukaemia, a rare, life-threatening disease. The mediator-induced symptoms usually respond well to H1 antihistamines. Therapeutic standards for cytoreduction in the progressive, systemic forms of mastocytosis are still lacking. Discussion: Because some of the manifestations of mastocytosis are non-specific and can be mimicked by other diseases, there is a risk of two types of diagnostic error: mastocytosis may remain undiagnosed when it is actually present, or it may be diagnosed even though morphological and molecular findings rule out mastocytosis. Well-defined criteria should be used to differentiate mastocytosis from other diseases with a similar clinical presentation.

Dtsch Arztebl 2008; 105(40): 686–92
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0686
Key words: mastocytosis, diagnosis, differential diagnosis, anaphylactic
reaction, urticaria

Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4008
The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de
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