MEDIEN

Internetportal: Wenn Kinder Eltern versorgen

Dtsch Arztebl 2009; 106(13): A-610

Wurche, Katharina

Kinder chronisch kranker Eltern müssen oft als helfende Hand einspringen, damit der Alltag funktioniert. Nicht selten nehmen Familien aus Scham oder Angst vor Eingriffen keine Hilfe von außen in Anspruch. „Selbst wenn ein Pflegedienst in die Wohnung kommt, können damit höchstens 1,5 Stunden am Tag abgedeckt werden“, sagt Dr. Sabine Metzing-Blau von der Universität Witten/Herdecke. Für die restliche Zeit würden dann Partner oder eben die Kinder einspringen. Es gebe zwar keine genauen Zahlen, Schätzungen zufolge seien es aber mehr als 200.000 betroffene Kinder in Deutschland, erklärte Metzing-Blau weiter.

Um diesen Kindern eine Unterstützung anzubieten, hat die Universität Witten/Herdecke zusammen mit der Peter–Dornier–Stiftung ein Internetportal gestartet. Auf der Seite www.kinder-kranker-eltern.de können pflegende Kinder herausfinden, ob es in der Nähe unterstützende Maßnahmen für sie gibt. Sie erhalten Informationen zu den häufigsten chronischen Krankheitsbildern und kindgerechte Buchtipps. In einem Forum besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich gegenseitig auszutauschen. WU
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