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Transplantation: Lebendspende-Kampagne gestartet

Dtsch Arztebl 2009; 106(26): A-1332 / B-1136 / C-1108

Richter-Kuhlmann, Eva A.

Nur Verwandte und enge Freunde dürfen nach heutiger Rechtslage einem Todkranken Organe spenden. Foto: dpa
Gemeinsam mit der Jürgen-und-Felicitas-Grupe-Stiftung setzt sich die FDP-Bundestagsfraktion für erleichterte Möglichkeiten der Lebendspende von Organen ein. Um auf den Leidensdruck Betroffener aufmerksam zu machen, startete die Stiftung Mitte Juni eine Informationskampagne, und die FDP brachte einen entsprechenden Antrag in den Gesundheitsausschuss des Bundestages ein.

„Wir wollen mehr Freiheit zum Helfen. Nächstenliebe darf nicht weiter unter Strafe stehen“, begründete Michael Kauch (FDP) diesen Schritt. Der Antrag sieht einen erweiterten Kreis der zulässigen Spender vor. Die Liberalen setzen sich dafür ein, dass bei Blutgruppenunverträglichkeit Ehepaare über Kreuz ohne die heutigen Einschränkungen einem anderen Paar spenden dürfen. Außerdem will die FDP die Nachrangigkeit der Lebendspende gegenüber der postmortalen Spende aufheben.

Nach heutiger Rechtslage dürfen nur Verwandte und enge Freunde einem Todkranken ein Organ spenden. Zudem muss einem Empfänger ein postmortal gespendetes Organ transplantiert werden, wenn dieses zur Verfügung steht. „Bei Lebendspenden sind die Überlebensraten für den Empfänger, zum Beispiel einer Niere, deutlich höher, da eine Transplantation vor einer langen Zeit der Dialyse möglich ist, die den Allgemeinzustand verschlechtert. Zudem ist die Zeit der Durchblutungsunterbrechung des Organs deutlich geringer“, erklärte Prof. Dr. med. Jochen Hoyer, Müritz-Klinik, in Berlin. ER
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