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MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Gicht – aktuelle Aspekte in Diagnostik und Therapie

Gout—Current Diagnosis and Treatment

Dtsch Arztebl Int 2009; 106(34-35): 549-55; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0549

Tausche, Anne-Kathrin; Jansen, Tim L.; Schröder, Hans-Egbert; Bornstein, Stefan R.; Aringer, Martin; Müller-Ladner, Ulf

Hintergrund: Aufgrund veränderter Ernährungsgewohnheiten einer älter werdenden Bevölkerung ist zusammen mit anderen metabolischen Störungen häufig eine Hyperurikämie zu beobachten. Langfristig können erhöhte Harnsäure- werte durch Ablagerung von Mononatriumuratkristallen zur Entwicklung einer Gichterkrankung (Arthritis urica, Uratnephropathie, Tophi) führen. Die Prävalenz der Arthritis urica, als einer Manifestation der Gichterkrankung, beträgt in Deutschland nach aktuellen Daten circa 1,4 % und ist damit häufiger als die rheumatoide Arthritis. Bisher existieren in Deutschland keine Leitlinien zum Management der Gicht, die Behandlung basiert überwiegend auf tradierten Expertenmeinungen.
Methoden: Selektive Literaturrecherche und -aufarbeitung zum Thema Diagnostik und Therapie der Gicht.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Eine asymptomatische Hyperurikämie stellt in der Regel keine Indikation für eine medikamentöse harnsäuresenkende Therapie dar. Bei manifester Gichterkrankung ist neben der Akutbehandlung der Arthritis nach Klärung der Ursache für die Hyperurikämie eine langfristige harnsäuresenkende Therapie jedoch zumeist unumgänglich. Ziel der Behandlung ist, angereicherte Kristalldepots zu entspeichern und so entzündliche Prozesse mit resultierenden strukturellen Schädigungen zu verhindern. Eine langfristige Senkung der Serumharnsäu- rewerte unter 360 µmol/L (6 mg/dL) sollte angestrebt werden. Hierfür stehen neben dem Urikostatikum Allopurinol auch Urikosurika, wie zum Beispiel Benzbromaron zur Verfügung. Zur Therapie des Gichtanfalls bestehen gute Evidenzen für den frühzeitigen, kurzfristigen Einsatz von nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR), Colchicin und Glucocorticosteroiden.
Schlüsselwörter: Allopurinol, Gicht, Hyperurikämie, Harnsäureablagerung, Therapiekonzept

Zitierweise: Dtsch Arztebl Int 2009; 106(34–35): 549–55
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0549
Die Gichterkrankung ist oft mit anderen metabolischen Störungen wie Adipositas, Diabetes mellitus und Hypertonie vergesellschaftet und mit einer Erhöhung des kardiovaskulären Risikos verbunden (13, e1). Die Gicht als Folge einer Hyperurikämie von > 390 µmol/L (6,5 mg/dL) betrifft in Industrienationen aufgrund veränderter Ernährungs- und Lebensgewohnheiten mindestens 1 bis 2 % aller Erwachsenen. So wiesen in der Framingham-Studie 9,2 % der Männer und 0,4 % der Frauen eine Hyperurikämie auf, davon litten 19 % an einer Gicht (e2). Von Gichterkrankung spricht man, wenn eine Harnsäureanreicherung (Hyperurikämie) im Körper zur Ausfällung von Mononatriumuratkristallen in verschiedenen Geweben geführt hat. Die Folge sind Gichtanfälle, Uratnephropathie und/oder Tophi. Ursachen für die Harnsäureanreicherung sind neben genetischen Störungen der Harnsäureexkretion und des Purinstoffwechsels vor allem purinreiche Kost, Alkoholkonsum und Übergewicht (4, 5, e3). Die Inzidenz der Gicht zeigt eine starke Abhängigkeit vom Harnsäurespiegel im Serum: Sie nimmt oberhalb von 480 µmol/L (8,0 mg/dL) deutlich zu (3, e4).

Als „Indikator“ für die Gichterkrankung ist die Arthritis urica nach aktuellen Untersuchungen in Allgemeinpraxen mit einer Prävalenz von circa 1,4 % die häufigste Arthritis bei Erwachsenen mit einem deutlichen altersabhängigen Anstieg. Hingegen beträgt die Prävalenz der rheumatoiden Arthritis circa 0,5 bis 1 % (1, 2, 6). Ursachen für die beobachtete steigende Lebenszeitprävalenz der Gichterkrankung sind neben zunehmendem Lebensalter mit vermehrt auftretenden Komorbiditäten, wie zum Beispiel Niereninsuffizienz, die Einnahme von Medikamenten, die die Harnsäureausscheidung hemmen, zum Beispiel Thiazide (e5e7).

Das Erkrankungsrisiko von Männern zu Frauen beträgt 4 : 1 bis 9 : 1. Frauen erkranken oft erst nach der Menopause, begünstigt durch den Wegfall der urikosurisch wirkenden Östrogene. In der Regel erfolgt die Behandlung der Gicht in Deutschland primär durch Hausärzte und Internisten. Bei persistierenden Gichtanfällen, atypischen Verläufen mit polyartikulärer Gicht oder Gelenkdestruktionen und kompliziert verlaufenden Erkrankungen wie fortschreitender Niereninsuffizienz oder Allopurinol-Unverträglichkeit therapieren Rheumatologen oder Nephrologen (2).

Leider existieren in Deutschland keine Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Gicht, es wurden lediglich basierend auf Erfahrungen sowie Expertenmeinungen Empfehlungen veröffentlicht (7). Zum Management der Gicht wurden 2006 europäische Empfehlungen der European League Against Rheumatism (EULAR) und 2007 Leitlinien der British Society for Rheumatology (BSR) publiziert, die jeweils auf einer umfassenden Evidenzanalyse der aktuellen internationalen Datenlage beruhen (8, 9). Sie wurden durch rheumatologische Fachgesellschaften erstellt. Zwar weisen sie Leitliniencharakter von hoher Qualität auf, weil aber andere an der Behandlung der Gicht beteiligten Fachgebiete, wie die Allgemeinmedizin, bei ihrer Erstellung nicht involviert waren, sind sie definitionsgemäß nicht S3-Leitlinien gleichzusetzen.

Basierend auf diesen Publikationen wurde eine zusätzliche PubMed-Literaturrecherche von 1980 bis zum ersten Quartal 2008 mit den Stichworten „gout, randomised trial“ durchgeführt. So konnten zusätzlich weitere 14 randomisierte, kontrollierte Therapiestudien identifiziert und deren Ergebnisse in die vorliegende Darstellung eingearbeitet werden. In der folgenden Übersichtsarbeit sollen das Thema beleuchtet und unter Angabe des Evidenzniveaus (EN) Richtlinien für die ärztliche Praxis dargestellt werden (Tabelle 1 gif ppt, 2 gif ppt).

Pathophysiologie und Klinik der Gicht
Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Wesentliche Schritte sind hierbei der Abbau von Xanthin und Hypoxanthin durch das Enzym Xanthinoxidase. Harnsäure wird überwiegend über die Niere ausgeschieden. In den letzten Jahren wurden wichtige renale Harnsäure-Transportproteine, wie der humane URAT1-Transporter (hURAT1) und der Fruktosetransporter SCL2A9 charakterisiert (10, 11). Polymorphismen in den entsprechenden Genen bewirken eine Funktionsstörung der Transporter mit einer erniedrigten renalen Harnsäureexkretion, konsekutiver Harnsäureakkumulation und sind häufiger mit einer Gichterkrankung assoziiert (12, e8, e9). Die Transportfunktion wird außerdem durch verschiedene Medikamente beeinflusst. So verringern beispielsweise niedrig dosiertes Aspirin und Diuretika die Harnsäureausscheidung über eine Hemmung von hURAT1 (10). In der Praxis lassen sich von diesen Zuständen mit verminderter Harnsäureausscheidung, als seltenere Ursachen für eine Hyperurikämie, Zustände mit erhöhter Harnsäureproduktion, wie zum Beispiel hämatologische Erkrankungen mit erhöhtem Zellumsatz abgrenzen (Tabelle 3 gif ppt).

Physikochemischen Gesetzen folgend, beginnt die Harnsäure oberhalb ihrer Löslichkeitsgrenze von 400 µmol/L beziehungsweise 6,8 mg/dL (bei 37°C, pH 7,4) in Form von Mononatriumuratkristallen auszufallen (13). Prädilektionsstellen hierfür sind periphere Körperregionen (zum Beispiel Akren) mit niedrigeren Temperaturen sowie „saure“, das heißt entzündete Gelenke (14) (Abbildung 1 jpg ppt). Harnsäurekristalle führen zur Aktivierung des NALP3-Inflammosoms mit Freisetzung proinflammatorischer Zytokine, unter anderen die Interleukine (IL) IL-1, IL-18, IL-8 und von Tumornekrosefaktor, wodurch weitere polymorphkernige neutrophile Granulozyten angelockt werden (e10e12).

Trigger für Gichtanfälle sind zumeist ein plötzlicher Serumharnsäure-Anstieg, wie zum Beispiel bei Nahrungs- und Alkoholexzess (4, 5). Auch durch rasche Absenkung der Serumharnsäure, zum Beispiel bei Einleitung einer medikamentösen harnsäuresenkenden Therapie, können Gichtanfälle ausgelöst werden. Hierbei scheint die Lösung von Harnsäure aus den Randzonen von abgelagerten Kristallen infolge eines Konzentrationsgefälles zwischen Serum und Gewebe zur Stimulation einer Immunantwort zu führen (15, e13). Typisch für die Erstmanifestation einer Gichterkrankung ist die anfallsartige, nächtlich beginnende, peripher gelegene, sehr schmerzhafte, monoartikuläre Arthritis des Großzehengrundgelenkes (Podagra), die ungefähr eine Woche anhält und oft selbstlimitierend ist (e14) (Abbildung 1).

Die Ablagerung von Harnsäurekristallen in verschiedenen Geweben wie Gelenken, Bindegewebe oder Nieren erklärt den chronischen Charakter der Gicht. Nahezu 90 % der Patienten, die einen Gichtanfall hatten, erleiden in den nächsten fünf Jahren wiederholte Anfälle (16). Im Verlauf können sich atypische Manifestationen entwickeln, so können andere Gelenke, wie zum Beispiel Fingergelenke betroffen sein und sich oligo- oder polyartikuläre Arthritiden entwickeln (Abbildung 2 jpg ppt). Differenzialdiagnostisch müssen andere kristallinduzierte Arthritiden wie die akute Pseudogicht/Chondrokalzinose mit Ablagerung von Calciumpyrophosphatdihydrat-Kristallen und die Oxalose-Arthropathie (zum Beispiel sekundäre Calciumoxalat-Ablagerungen bei Langzeitdialyse) ausgeschlossen werden. Darüber hinaus sollte eine septische Arthritis, eine Psoriasisarthritis oder eine Hämochromatose erwogen werden (17).

Diagnostik der Gicht
Die Verdachtsdiagnose einer Gicht kann bei einer Anamnese für einen Alkohol- oder Nahrungsexzess, zum Beispiel bei einer Grillfeier, mit klassischem Befall der Großzehe und erhöhten Harnsäurespiegeln mit ausreichender Sicherheit gestellt werden. Nicht selten ist die Serumharnsäure während des Anfalls normal oder erniedrigt, der optimale Zeitpunkt der Messung liegt deshalb 2 bis 3 Wochen nach einem Anfall (Evidenzlevel [EL] IV) (15, 18, 19). Bei atypischen Manifestationen und normaler Serumharnsäure sollte zur Diagnosesicherung in jedem Fall eine Gelenkpunktion mit Kristallnachweis angestrebt werden (EN IIb), differenzialdiagnostisch muss eine septische Arthritis in Betracht gezogen werden (8, 20). Wichtig ist hierbei die native – Harnsäurekristalle lösen sich in Formalin – mikroskopische Beurteilung mittels Polarisationsoptik. Die Kristalle erscheinen als doppelt lichtbrechende 10 bis 20 µm lange intra- und extrazellulär gelegene Nadeln.

Ist die Diagnose einer Gicht gestellt, müssen mögliche Ursachen gesucht werden. Da bei entsprechender genetischer Prädisposition neben den zumeist nutritiv begünstigten Harnsäureerhöhungen selten ein erhöhter Zellumsatz bei einer okkulten Tumorerkrankung, zum Beispiel bei Leukämie oder Plasmozytom, vorliegen kann, sollte in jedem Fall ein Blutbild/Differenzialblutbild einschließlich Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, der Laktatdehydrogenase und gegebenenfalls eine Serumeiweißelektrophorese angefertigt werden (EN IV) (13, e15).

Findet man keine Erklärung für die Gichtanfälle, besonders bei jüngeren Patienten mit positiver Familienanamnese für Gicht, ist aufgrund der häufigen Assoziation mit Nierenfunktionsstörungen neben dem Serum-Kreatinin die Bestimmung der Kreatinin- und Harnsäure-Clearance aus 12- oder 24-Stunden-Sammelurin sowie eine Urin-pH-Wert-Bestimmung mittels Teststreifen sinnvoll (EN IIb) (7, 8, 11) (Grafik gif ppt). Da Patienten mit Gicht ein bis zu 2,5fach höheres Risiko für die Bildung von Harnsäuresteinen mit Entwicklung einer Uratnephropathie aufweisen, sollte eine Sonografie der Nieren zum Steinausschluss erfolgen (21, 22). Aufgrund der häufigen Assoziation mit anderen metabolischen und endokrinen Erkrankungen – über 50 % der Patienten leiden an einem metabolischen Syndrom – empfehlen die Leitlinien zur Risikostratifizierung die Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckers, gegebenenfalls des HbA1C, der Nüchtern-Blutfette/-Cholesterol und der Schilddrüsenparameter (EN IIa bis IIb) (1, 2, 9).

Im Frühstadium einer Arthritis urica sind nur selten erosive Gelenkveränderungen radiographisch nachzuweisen. Trotzdem sollte in unklaren Fällen eine Röntgenaufnahme der betroffenen Gelenke durchgeführt werden, um andere Ursachen wie Großzehengrundgelenksarthrose oder Psoriasisarthritis auszuschließen (EN IIb) (Abbildung 2) (8). Gelenkergüsse und Tophi lassen sich gut mittels der Gelenksonografie darstellen, dies ist vor einer Gelenkpunktion sowie zur Verlaufsbeurteilung oft hilfreich (EN III) (e16, e17).

Therapie der Gicht
Erstes Therapieziel ist die Akutbehandlung des Gichtanfalles durch rasche Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Längerfristiges Ziel ist es, durch konsequente Harnsäuresenkung weitere Gichtanfälle zu verhindern, Tophi zu beseitigen und einer Gelenkzerstörung vorzubeugen (9). Es wird postuliert, dass die Gicht „heilbar“ ist, wenn es gelingt, bereits abgelagerte Uratkristalle zu beseitigen und der Entstehung neuer Präzipitate vorzubeugen (16). Um dies zu erreichen, sollten nach internationalen Empfehlungen bei Patienten mit rezidivierenden Gichtanfällen Serumharnsäurewerte möglichst unter 360 µmol/L (6,0 mg/dL) angestrebt werden (EN III) (8, 9, e18, e19, e20).

Akute Therapie des Gichtanfalles
Neben unspezifischen Maßnahmen (EN III), wie Ruhigstellen und Kühlen des betroffenen Gelenkes werden antiphlogistische Medikamente eingesetzt (19). An erster Stelle steht hier die frühzeitige, kurzfristige Gabe von nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR), wie zum Beispiel Diclofenac (bis 250 mg/d) oder Ibuprofen (bis 2 400 mg/d) oder Indometacin (bis 150 mg/d) sowie des für den Gichtanfall zugelassenen Cyclooxygenase-2-Hemmers Etoricoxib (120 mg/d) (EN Ib) (e21). Bei positiver Anamnese für gastrointestinale Ulzera oder Blutung sollten zusätzlich Protonenpumpeninhibitoren verabreicht werden (e22). Alternativ kann bei normaler Nierenfunktion Colchicin eingesetzt werden, welches – zweistündlich in einer Dosierung von 0,5 mg gegeben – bei 80 % der Patienten innerhalb eines Tages zur Beherrschung des Gichtanfalls führt (e23). Allerdings treten bei höheren Dosen häufig Übelkeit und Durchfall auf. Bis dreimal 0,5 mg/d verabreicht, ist es in der Regel gut verträglich und ausreichend wirksam (EN Ib) (9, 18, e24, e25). Als weitere Option, besonders bei Kontraindikationen, Unverträglichkeit und fortgeschrittener Niereninsuffizienz, können Glucocorticosteroide (20 bis 40 mg Prednisolonäquivalent/d) eingesetzt werden (EN Ib) (Tabelle 4 gif ppt) (7, 19, e26).

Langzeittherapie zur Harnsäuresenkung
Als Allgemeinmaßnahmen sollten dem Patienten Hinweise zu möglichen Änderungen der Lebensgewohnheiten gegeben werden, die zu einer Verbesserung des gesamten metabolischen Profils führen können (19). Ein ausführliches Gespräch zu Therapiebeginn verbessert oft das Verständnis des Betroffenen und damit die Compliance. Viele Patienten verstehen nicht, dass die Therapie des akuten Gichtanfalles keine kausale Therapie der Gicht darstellt. Wie durch neue Daten belegt ist, wird in Deutschland die harnsäuresenkende Medikation bei Beschwerdefreiheit oft nach 3 Monaten beendet, nach einem Jahr erhalten nur noch 30 % der Gichtpatienten Allopurinol (2).

Neben reduzierter Aufnahme von purinreicher Kost durch Meiden von Innereien und Meeresfrüchten, sollte der Genuss von fruktosehaltigen Getränken, sogenannten Softdrinks, eingeschränkt werden. Diese vermindern die Harnsäureexkretion. Der Speiseplan sollte reich an Milch und fettreduzierten Milchprodukten sowie pflanzlichem Protein sein (4). Wesentlich ist die Einschränkung des Alkoholkonsums: es sollte mindestens drei alkoholfreie Tage pro Woche geben. Bier ist wegen seines hohen Puringehaltes zu meiden, ein Glas Wein gilt bei Gicht als unbedenklich (5). Eine vorsichtige Gewichtsreduktion von < 1 kg/Monat mit leichtem körperlichem Training sind anzustreben (e27). Eine raschere Gewichtsabnahme kann über eine Ketoazidose Gichtanfälle provozieren. Patienten mit Nierensteinanamnese wird empfohlen, mehr als 2 Liter täglich zu trinken. Diese Änderungen der Lebensgewohnheiten (EN IIb bis IV) tragen allerdings meist nur moderat zur Harnsäuresenkung bei. So ist zum Beispiel mit konsequenter purinarmer Diät eine 10- bis 15prozentige Senkung des Serum-Harnsäurespiegels zu erzielen (4). Bei häufig gemessenen Ausgangswerten von 480 µmol/L (8 mg/dL) würde der erreichte Wert mit 400 µmol/L (6,7 mg/dL) immer noch über dem für Gichtpatienten erforderlichen Zielbereich liegen (19).

Indikation und Zeitpunkt einer zusätzlichen medikamentösen harnsäuresenkenden Therapie
Auch wenn es sich in der Praxis oft schwer umsetzen lässt, wird empfohlen, möglichst bei Patienten, die einen zweiten Gichtanfall im Verlauf eines Jahres erlitten haben, mit einer medikamentösen harnsäuresenkenden Therapie zu beginnen. Weitere Therapieindikationen sind destruierende Gelenkveränderungen und / oder Tophi und Bestehen einer gichtbedingten Niereninsuffizienz (Uratnephropathie) mit / ohne Harnsäuresteinen (EN IIb bis IV) (19, e28, e29).

Der Therapiebeginn sollte möglichst nicht beim akuten Anfall erfolgen, weil durch die Auflösung von Kristalldepots die Gefahr von Gichtanfällen zusätzlich erhöht ist (EN IV) (e30). Wenn möglich, empfiehlt es sich, den Patienten im Anfall mit antiphlogistischen Medikamenten zu versorgen und ihn nach 2 bis 3 Wochen zur Harnsäurebestimmung wiederzubestellen, um dann mit der Therapie zu beginnen. Seit der Markteinführung 1964 ist in Deutschland zur Harnsäuresenkung der kostengünstige Xanthinoxidase-Inhibitor Allopurinol verfügbar (e31). Allopurinol sollte unter Kontrolle der Serumharnsäure einschleichend titriert werden. Es wird mit 100 mg begonnen und je nach Harnsäurewert um 50 bis 100 mg wöchentlich bis maximal 800 mg gesteigert (EN III) (19). Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss eine Dosisanpassung entsprechend der glomerulären Filtrationsrate (GFR) erfolgen (GFR < 30 mL/min jeden zweiten Tag 100 mg Allopurinol) (23). Dies ist wichtig, um eine mögliche toxische Akkumulation von Oxipurinol, einem langwirksamen Metabolit von Allopurinol, mit der Gefahr der Entwicklung eines Allopurinol-Hypersensitivitätssyndroms zu verhindern (23, e32, e33). Im Gegensatz zu in 2 % der Fälle auftretenden unkompliziert verlaufenden Hautreaktionen mit Rötung und Juckreiz, kann sich in 1 : 300 Fällen diese bei bis zu 20 % der Patienten letal verlaufende Komplikation entwickeln (e34). Typisch sind generalisierter Juckreiz mit ekzemartigen Hautveränderungen, Leberwerterhöhungen und Bluteosinophilie, die erst mit einer Latenz von Wochen bis Monaten nach der ersten Allopurinoleinnahme auftreten (24, e33). Bei Allopurinolunverträglichkeit, ungenügender Harnsäuresenkung sowie primärer Hyperurikämie mit einer Einschränkung der renalen Harnsäureexkretion < 800 mg/24h bei sonst normaler Nierenfunktion kann unter Leberwertkontrolle eine urikosurische Therapie mit Benzbromaron (20 bis 100 mg/d) oder Probenecid (1 bis 3 g/d in 3 Einzeldosen) erfolgen. Zur Nierensteinprophylaxe und zusätzlichen Verbesserung der Harnsäureausscheidung können bei erniedrigtem Urin-pH harnalkalisierende Substanzen gegeben werden (EN Ia bis III) (7, e35) (Tabelle 1).

Interessant erscheinen die Daten einer jüngst veröffentlichten randomisierten Vergleichsstudie, die die drei verfügbaren Substanzen bezüglich ihrer harnsäuresenkenden Wirkung mit dem Zielbereich für Serumharnsäure < 300 µmol/L (5,0 mg/dL) untersucht. Im Vergleich zu nur 24 % der mit 300 mg/d Allopurinol behandelten Patienten erreichten 92 % der mit 200 mg/d Benzbromaron und 65 % der mit 2 000 mg/d Probenecid Behandelten eine optimale Harnsäuresenkung (EN Ib) (e36). Sollten unter der harnsäuresenkenden Therapie vermehrt Gichtanfälle auftreten, wird zur Anfallsprophylaxe Colchicin (0,5 mg/d) für die ersten 6 Wochen bis zu 6 Monaten empfohlen (EN 1b). Dies ist auch nach eigenen Erfahrungen jedoch nur ganz selten erforderlich (7, 9, 19, e37).

In der Regel muss die Harnsäuresenkung über mehrere Jahre und oft lebenslang erfolgen; dies ist aber eine individuell zu treffende Entscheidung (e18, e38, e39). Eine über lange Zeit durchgeführte, kontrollierte harnsäuresenkende Therapie führt dazu, dass Patienten auch nach Beendigung der Therapie für eine längere Zeit anfallsfrei bleiben (EN III) (25, e40). Es ist wichtig, dass im Verlauf der Therapie regelmäßig die Serumharnsäurewerte bestimmt werden (EN IV) (7, 19).

Ausblicke
Eine kürzlich zugelassene Alternative, beispielsweise bei Allopurinolunverträglichkeit, Kontraindikationen für oder Nichtverfügbarkeit von Urikosurika (Benzbromaron / Probenecid in Österreich und der Schweiz nicht erhältlich) scheint der Xanthinoxidaseinhibitor Febuxostat darzustellen. Von Vorteil ist der mögliche Einsatz bei Niereninsuffizienz, weil Febuxostat hepatisch abgebaut wird. Aktuelle Studien ergaben, dass bei vergleichbarem Nebenwirkungsprofil eine effektivere Harnsäuresenkung erreicht wird. 53 % der mit 80 mg/d und 62 % der mit 120 mg/d Febuxostat Behandelten hatten Serumharnsäurewerte unter 360 µmol/L (6,0 mg/dL) im Vergleich zu 21 % der mit 300 mg/d Allopurinol Behandelten. Eine Überlegenheit von Febuxostat gegenüber Allopurinol bezüglich der Reduktion von Gichtanfällen als klinischem Parameter konnte jedoch nicht gezeigt werden (e41, e42). Febuxostat käme so als mögliches Ausweichpräparat bei Unverträglichkeit von oder Kontraindikationen gegen Allopurinol infrage, wenn auch die Therapie mit Urikosurika ausgeschöpft oder nicht möglich ist. Als innovatives Präparat werden die Tagestherapiekosten voraussichtlich deutlich über denen von Allopurinol (Centbereich) liegen.

Die Therapie mit rekombinant hergestellter Uratoxidase sowie ihrer längerwirksamen pegylierten Form für den Abbau der Harnsäure zum gut wasserlöslichen Allantoin ist bisher nur für das Tumorlysesyndrom zugelassen. Auch wegen des gehäuften Auftretens schwerer anaphylaktischer Reaktionen durch mögliche Antigenität aufgrund eines tierischen Anteils und hoher Kosten von circa 10 000 Euro/Jahr ist diese Therapie nur für seltene Fälle mit schwerer tophöser Gicht im Rahmen eines individuellen Heilversuches zu diskutieren; erste Daten von Phase-2-Studien liegen vor (e43, e44).

Interessenkonflikt
Dr. Tausche und Prof. Dr. Müller-Ladner erhielten Honorare für Vorträge und Beratung der Firma Ipsen, Frankreich. Dr. Jansen, Prof. Schröder, Prof. Bornstein und Prof. Aringer erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 25. 04. 2008, revidierte Fassung angenommen: 19. 01. 2009


Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Anne-Kathrin Tausche
Medizinische Klinik III, Abteilung Rheumatologie
Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ der TU Dresden
Fetscherstraße 74, 01307 Dresden
E-Mail: anne-kathrin.tausche@uniklinikum-dresden.de


Summary
Gout—Current Diagnosis and Treatment
Background: Because of the changing dietary habits of an aging population, hyperuricemia is frequently found in combination with other metabolic disorders. Longstanding elevation of the serum uric acid
level can lead to the deposition of monosodium urate crystals, causing gout (arthritis, urate nephropathy, tophi). In Germany, the prevalence
of gouty arthritis is estimated at 1.4%, higher than that of rheumatoid arthritis. There are no German guidelines to date for the treatment of gout. Its current treatment is based largely on expert opinion.
Methods: Selective literature review on the diagnosis and treatment of gout.
Results and conclusions: Asymptomatic hyperuricemia is generally not an indication for pharmacological intervention to lower the uric acid
level. When gout is clinically manifest, however, acute treatment of gouty arthritis should be followed by determination of the cause of hyperuricemia, and long-term treatment to lower the uric acid level is usually necessary. The goal of treatment is to diminish the body's stores of uric acid crystal deposits (the intrinsic uric acid pool) and thereby to prevent the inflammatory processes that they cause, which lead to structural alterations. In the long term, serum uric acid levels should be kept below 360 µmol/L (6 mg/dL). The available medications for this purpose are allopurinol and various uricosuric agents, e.g., benzbromarone. There is good evidence to support the treatment of gouty attacks by the timely, short-term use of non-steroidal anti-inflammatory drugs (NSAID), colchicine, and glucocorticosteroids.
Key words: allopurinol, gout, hyperuricemia, deposits of uric acid,
treatment


Mit „e“ gekennzeichnete Literatur: www.aerzteblatt.de/lit3409
The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de
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