WORLD HEALTH SUMMIT

1. Weltgesundheitsgipfel: Einsatz für ein universales Menschenrecht

Dtsch Arztebl 2009; 106(42): A-2067 / B-1768 / C-1732

Zylka-Menhorn, Vera

Internationale Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft beraten vom 14. bis 18. Oktober in Berlin über drängende Fragen der globalen Gesundheit.

Das Recht eines jeden Menschen auf – das für ihn erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger – Gesundheit ist eine der zentralen Verpflichtungen staatlicher Politik. Die globale Umsetzung dieser Vereinbarung, welche die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation auf ihrer historischen Konferenz von Alma-Ata im Jahr 1978 eingegangen sind und die für die Jahrtausendwende angestrebt war, ist von ihrer Realisierung weit entfernt. Ein angemessener und fairer Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu Präventionsmaßnahmen bleibt für den größten Teil der Weltbevölkerung nach wie vor Wunschdenken.

Trotz eines beispiellosen medizinischen Fortschritts in den letzten Dekaden in den Bereichen Molekularbiologie und bildgebende Diagnostik, sterben jährlich Millionen von Menschen an Krankheiten, die gut behandelbar wären. Hinzu kommen unkontrollierbare Epidemien wie HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria sowie eine dramatische Zunahme an chronischen Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, Herz/Kreislauf, Krebs) – auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

Und alles deutet darauf hin, dass der Klimawandel die Lebensgrundlage der Menschen vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien durch Dürren, Fluten und Stürme bedroht. Dabei haben bereits heute zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass der mit dem verweigerten Gesundheitszugang einhergehende soziale Ausschluss sich weltweit nicht nur physisch, sondern auch psychisch und psychosozial auswirkt. Und die westlichen Industrieländer? Sie kämpfen mit den ökonomischen und sozialen Folgen des demografischen Wandels hin zu einer alternden Gesellschaft. Verschärft wird die angespannte Finanzlage für die nationalen Gesundheitsversorgungssysteme durch die Nachwehen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Alles in allem: ein schier endloser Katalog an Herausforderungen, der weder im nationalen Alleingang noch mit alten Denkweisen und Strukturen aufzulösen ist.

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Université Paris Descartes haben sich daher zum Ziel gesetzt, mit dem ersten World Health Summit unter dem Titel „Evolution of Medicine“ eine globale Debatte darüber zu initiieren, wie die Gesundheit der Menschen dauerhaft geschützt, wiederhergestellt und erhalten werden kann. „Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts wird darin liegen, sowohl klare Ziele und Verantwortlichkeiten zu definieren als auch die Investitionen für die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien und medizinischer Innovationen zu sichern“, erklärt Prof. Dr. med. Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit. „Um diesen Anspruch zu verwirklichen, müssen alle Akteure an einem Strang ziehen.“ Das Berliner Gipfeltreffen soll den nötigen Startimpuls für ein weltweit koordiniertes Handeln geben.

Als aktive Teilnehmer werden in Berlin daher erwartet: nationale und internationale Gesundheits- und Forschungsminister, Staatssekretäre, Vertreter der Weltgesundheitsorganisation und des Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria, Nobelpreisträger, Präsidenten renommierter Wissenschaftseinrichtungen sowie Vorstände der pharmazeutischen Industrie und Medizintechnik. Der Summit 2009 wird der erste einer Reihe jährlich stattfindender Gipfel sein und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Als Medienpartner dieses Ereignisses möchte das Deutsche Ärzteblatt mit unterschiedlichen Beiträgen zu globalen Gesundheitsfragen und -entwicklungen auf den nachfolgenden Sonderseiten in die Thematik einführen.
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn

@Weitere Informationen im Internet:
www.worldhealthsummit.org
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