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Klinische Ethikkomitees: Sicht der Pflegekräfte zu wenig berücksichtigt

Dtsch Arztebl 2009; 106(49): A-2440 / B-2098 / C-2038

Richter-Kuhlmann, Eva

Die Meinung der Pflegekräfte werde in klinischen Ethikkomitees zu wenig beachtet, kritisierte das Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW). „Oftmals sind es die Ärzte, die entscheiden, was ein ethisches Problem ist und was nicht“, sagte Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl vom Wissenschaftlichen Beirat des IMEW. „Belange der Pflege und der Pflegenden kommen in klinischen Ethikkomitees nicht hinreichend zum Zuge, sie werden regelrecht marginalisiert.“ Die Sichtweise der Pflegekräfte sei jedoch für die Patienten wichtig und müsse deshalb verstärkt berücksichtigt werden.

Anlass zum Appell des IMEW war die zehnte IMEW-Expertise „Klinische Ethikkomitees und die Themen der Pflege“ von Jun.-Prof. Dr. Helen Kohlen, Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar. Kohlen hat von 2004 bis 2006 die Sitzungen Klinischer Ethikkomitees von drei Krankenhäusern in unterschiedlicher Trägerschaft (kommunal und jüngst privatisiert, evangelisch und katholisch) analysiert. Ihre Forschung ergab, dass ethische Konflikte innerhalb der Pflegepraxis nicht als solche wahrgenommen oder gar unterdrückt werden. „Und wenn sie als ethische Probleme gerahmt werden, werden sie als ,kleine ethische Probleme‘ definiert“, sagte Kohlen.

Das IMEW ist eine Einrichtung für interdisziplinäre und unabhängige Forschung, die vor allem die Perspektiven von behinderten und chronisch kranken Menschen berücksichtigt. Die Expertise, die auf der Dissertation von Kohlen basiert, kann bestellt werden unter: www.imew.de. ER
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