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TECHNIK

Nierenportal: Patienten besser informiert

Dtsch Arztebl 2009; 106(49): A-2478 / B-2127 / C-2067

EB

Nach einer Nierentransplantation verändert sich das Leben der betroffenen Patienten meist grundlegend. Häufige Arztbesuche und eine aufwendige Medikation werden zur Regel, ständige Kontrollen von Blutdruck und anderen Körperwerten helfen dabei, Komplikationen vorzubeugen. Diese Maßnahmen sichern zwar ein relativ „normales“ Leben der Betroffenen, erfordern aber einen großen Aufwand. Im Krankenhaus der Elisabethinen im österreichischen Linz gehen Patienten und Ärzte daher neue Wege. Über ein Internetportal lassen sich Laborwerte und aktuelle Medikationen online abrufen, sodass für den Patienten viele Klinikbesuche und zeitaufwendige Telefonate entfallen.

Möglich wird dies durch ein internetbasiertes Nephrologieportal, das vom Krankenhaus gemeinsam mit T-Systems entwickelt wurde. Auf dieser Plattform legen die behandelnden Ärzte die Untersuchungsergebnisse ihrer chronisch kranken Patienten ab, stellen Termine ein oder erläutern die Medikation. Im ersten halben Jahr nach dem Start haben bereits 300 Patienten das Portal genutzt und auf diesem Weg auf 900 Befunde zugegriffen. „Das in unserem Haus implementierte Nierenportal führt die technische Innovation und die Patientenbetreuung zusammen und ist ein Beispiel für ein gelungenes E-Health-Projekt“, erläuterte Dr. Franz Harnoncourt, Ärztlicher Direktor im Krankenhaus der Elisabethinen. Die große Akzeptanz seitens der Patienten führt darüber hinaus auch in der Klinik zu mehr Effizienz – die Ärzte sparen die Zeit der sonst üblichen Kommunikation.

Dabei ist das Handling einfach: Das Krankenhaus legt einen individuellen Patientenzugang an, vergibt ein Passwort und sendet die persönlichen Zugangsdaten dem Patienten per E-Mail zu. In Verbindung mit der Sozialversicherungsnummer kann sich der Nutzer dann im System anmelden und auf seine Daten zugreifen. Dazu benötigt er einen PC oder Laptop mit Browser und Internetzugang. Damit Unbefugte keinen Datenzugriff bekommen, läuft der Datenverkehr über eine verschlüsselte Verbindung ab. Die persönlichen Informationen sind nur den autorisierten Personen im Krankenhaus und dem jeweiligen Patienten zugänglich. Die Daten selbst werden in einem Hochsicherheitsrechenzentrum gespeichert.

Für Harnoncourt ging es vor allem darum, mittels der neuen Technik die Leistungen für seine Patienten zu verbessern. „Das Nierenportal ist ein Schritt in Richtung Transparenz, Komfort und Patientenzufriedenheit.“ Stellen die Ärzte neue Informationen oder Befunde im Portal ein, erhalten die Patienten eine Benachrichtigung per SMS auf ihr Handy. Alle transplantierten Patienten profitieren dabei vom Nephrologieportal. Schon am Tag nach einem Ambulanzbesuch kann jeder Patient bequem von zu Hause aus auf seine Gesundheitsdaten zugreifen. So kann er beispielsweise den Arztbrief lesen, ihn ausdrucken und den Befund mit seinem Hausarzt durchsprechen. EB
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