AKTUELL

Pflegebedürftigkeitsbegriff: Zügige Reform angemahnt

Dtsch Arztebl 2010; 107(7): A-258 / B-226 / C-222

Hibbeler, Birgit

Schluss mit der Pflege im Minutentakt? Der neue Pflegebegriff ist bisher nur eine Empfehlung.
Foto: Photothek
Die Umstellung auf einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff kommt. Das hat der pflegepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Willi Zylajew, auf dem Kongress Pflege 2010 in Berlin angekündigt. „Für kaum ein Vorhaben gab es so ein breites Einvernehmen“, sagte der Politiker. Deshalb sei die schwarz-gelbe Regierung in der Pflicht, das neue Konzept umzusetzen. „Wir müssen endlich weg von der Minutenpflege“, forderte auch Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes.

Bereits Anfang 2009 hatte der von der Großen Koalition eingesetzte „Beirat zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs“ eine Empfehlung vorgelegt, die damals als Paradigmenwechsel gelobt wurde. Demnach soll es künftig nicht mehr drei, sondern fünf Pflegestufen geben. In dem vorgeschlagenen Begutachtungsverfahren wird der Pflegebedarf nicht nach Zeitfenstern bestimmt und der Bedarf Demenzkranker besser abgebildet. Berechnungen zufolge würde das neue System allerdings zu Mehrkosten von bis zu 3,7 Milliarden Euro für die Pflegeversicherung führen.

Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und FDP auf eine „neue, differenziertere Definition der Pflegebedürftigkeit“ geeinigt. Wie genau diese aussehen soll, steht in der Vereinbarung jedoch nicht. BH
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Alle Leserbriefe zum Thema

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

Anzeige