Die Autorin hat in dem Punkt Recht, dass es schwierig war, „das rechte Maß des Handelns“ in diesem Fall zu finden. Es gab vor allem in dem Streit um die Schweinegrippe-Impfung zwei extreme gegensätzliche Positionen.

Nach meiner Meinung lag der Hauptfehler darin, dass die WHO die Schweinegrippe 2009 ohne Not zur Pandemie erklärt hat. Der bis dahin verlässliche Grundleitsatz, sich schnell ausbreitende Infektionskrankheiten erst dann zur Pandemie zu erklären, wenn daraus eine große Gefahr hervorgeht, wurde über Bord geworfen, obwohl die meisten Erkrankungen auch damals mild verliefen und weiterhin verlaufen.

Nach dieser WHO-Entscheidung kamen auch die Behörden in Deutschland in Zugzwang zu handeln und entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen einschließlich Schweinegrippe-Impfung zu initiieren. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man damals die Impfaktion viel besser und kostengünstiger für den Steuerzahler hätte managen können . . .
Dr. Fevzi Koc, 48149 Münster
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