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SPEKTRUM: Leserbriefe

Hepatitis B: Preisfrage

Dtsch Arztebl 1997; 94(26): A-1768 / B-1495 / C-1393

Caspari, Gregor; Gerlich, H. W.

Zu dem Leserbrief "Kassen haben recht" von Prof. Dr. med. Dietrich Feist in Heft 20/1997, der sich auf den Beitrag "Hepatitis-B-Impfung für Kinder erstatten - Empfehlung der STIKO" von Prof. Dr. med. Meinrad A. Koch in Heft 15/1997 bezog
Es ist erfreulich, daß auch Herr Prof. Feist den prophylaktischen Wert der HBV-Impfung anerkennt. Bei dieser grundsätzlichen Anerkennung halten wir es für unangebracht, den wenigen Personen, die sich (oft begründet), nicht an die Vorgaben des Impfkalenders halten können, die Erstattung der Impfung zu verweigern. Diese Kleinlichkeit ist nach Auffassung von Herrn Prof. Feist wegen der hohen Kosten der HBVImpfung berechtigt. Dabei halten wir drei Dinge für bemerkenswert:
! Die HBV-Impfung dürfte ihre Forschungskosten längst eingespielt haben. Die sterile Abfüllung des HBsAntigens ist inzwischen wahrscheinlich teurer als die gentechnische Produktion der Impfdosis in Hefe.
! Die Impfdosis der beiden am Markt erhältlichen Produkte Engerix oder GenHBVax, die der Apotheker für zirka 116 DM abgibt, kauft er für 78 DM im Großhandel. Für den Großhandel dürfte die Spanne bei 10 bis 15 Prozent liegen, so daß fast die Hälfte der Kosten im Vertrieb anfallen. Der HBV-Impfstoff ist aber apothekenpflichtig.
! Wir konnten zwar nicht die Endpreise vergleichen, aber bei den Großhandelspreisen scheint Deutschland zu den teuersten Ländern in Europa zu gehören. Eine Dosis Engerix kostet die Apotheke nach unseren Informationen in Deutschland zirka 78 DM, in Holland 55 DM, in Italien 45 DM, in der Schweiz 35 DM und in Frankreich, England und Spanien zirka 31 DM. GenHBVax ist für die Apotheke in Deutschland ebenfalls für zirka 78 DM, in Österreich für 62 DM, in der Schweiz aber für 35 DM erhältlich. Warum ist der Impfstoff in Deutschland mehr als doppelt so teuer wie in vielen anderen europäischen Ländern?
Vielleicht gäbe es hier Ansätze, durch Verhandeln die Preise so anzupassen, daß die Kassen auf ihre Kleinlichkeit verzichten könnten.
Dr. Gregor Caspari und Prof. Dr. H. W. Gerlich, Institut für Medizinische Virologie, Frankfurter Straße 107, 35392 Gießen
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