75 Artikel im Heft, Seite 49 von 75

MEDIZIN: Diskussion

Beinahe zynisch

Almost Cynical

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(11): 195; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0195a

Backus, Eberhard

Die Information, dass der Hörsturz nicht als Notfall therapiert werden muss, ist für den niedergelassenen Arzt in der hausärztlichen Versorgung sehr hilfreich, da die unmittelbare Weiterleitung an HNO-Kollegen oder die direkte stationäre Einweisung somit nicht mehr erforderlich sind.

Pathophysiologie und Therapie des Hörsturzes sind noch ungeklärt, aus dem ärztlichen Nichtwissen aber abzuleiten, eine Therapie als IGeL-Leistung einzustufen, kommt mit beinahe zynisch vor, zumal zuvor betont wurde, welche gravierenden Einschränkungen der einseitige Hörverlust für den Betroffenen mit sich bringt.

In dem Artikel habe ich Angaben zum Verlauf des Krankheitsbildes mit und ohne Therapie vermisst. Um einem Patienten therapeutische Optionen anbieten zu können, muss er auch über den Krankheitsverlauf unterrichtet werden. Wie oft kommt es zum Beispiel zu Spontanremissionen? Vielleicht könnten die Autoren hierzu noch nachträglich Stellung nehmen.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0195a

Dr. med. Eberhard Backus
Aachener Straße 566
50226 Frechen
1.
Suckfüll M: Perspectives on the pathophysiology and treatment of sudden idiopathic sensorineural hearing loss [Hörsturz – Erwägung zur Pathophysiologie und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(41): 669–76. VOLLTEXT

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