Der Marburger Bund (MB) hat die Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern dazu aufgerufen, sich am 22. März an einem eintägigen Warnstreik zu beteiligen und zu einer zentralen Kundgebung nach Köln zu kommen. Dort startet die vierte Verhandlungsrunde zwischen der Ärztegewerkschaft und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über einen neuen Tarifvertrag für die circa 55 000 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Kliniken.
Der Marburger
Bund veranstaltet
eine zentrale Kundgebung
in Köln. Foto: dpa
„Unsere Geduld geht zu Ende“, erklärte der MB-Vorsitzende, Rudolf Henke, „die Arbeitgeber hatten genug Zeit, uns ein ernst gemeintes Angebot vorzulegen, das die arztspezifischen Besonderheiten berücksichtigt.“ Stattdessen habe die VKA zur dritten Verhandlungsrunde am 8. März ein paar dürre Zeilen präsentiert, in denen der MB aufgefordert werde, die Tarifeinigung im öffentlichen Dienst zu übernehmen. Für die rund 350 000 nichtärztlichen Beschäftigten in den kommunalen Krankenhäusern hatten sich VKA und Verdi am 27. Februar auf eine Anhebung der Gehälter um 2,3 Prozent bei einer Laufzeit von 26 Monaten geeinigt.
Henke betonte, die Tarifeinigung im öffentlichen Dienst sei für die Tarifverhandlungen der Ärzte kein Maßstab: „Im Ärztlichen Dienst gibt es ganz andere Rahmenbedingungen. 5 000 Arztstellen können derzeit nicht besetzt werden, weil die schlechten Arbeitsbedingungen junge Ärzte abschrecken und den Rückzug aus der kurativen Medizin provozieren.“ Die VKA müsse sich endlich bewegen, um dem Ärztemangel zu begegnen. „Die Arbeitgeber glauben immer noch, man könne so weitermachen wie bisher“, ergänzte MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag. Deshalb habe die Große Tarifkommission entschieden, den Warnstreik auszurufen und so den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die Ärztegehälter könnten nicht stärker steigen als die der nichtärztlichen Beschäftigten in den Krankenhäusern, argumentierte hingegen VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg: „Nachdem die Ärztegehälter bereits in den letzten Jahren überproportional gestiegen sind, gibt es keine zusätzlichen Verteilungsspielräume für einzelne Berufsgruppen im Krankenhaus.“ JF
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