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Dtsch Arztebl Int 2010; 107(13): 230; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0230
Erste klinische Erfahrungen mit der Neuen Influenza A (H1N1) von Dr. med. Ralf Winzer, Nicolas Kanig, Sophie Schneitler, PD Dr. med. Stefan Reuter, Dr. med. Björn Jensen, Dr. med. Irmela Müller-Stöver, Dr. med. Jun Oh, Prof. Dr. med. Ortwin Adams, Prof. Dr. med. Ertan Mayatepek, Prof. Dr. med. Hartmut Hengel, Prof. Dr. med. Heiko Schneitler, Prof. Dr. med. Dieter Häussinger in Heft 47/2009


Dres. Moßhammer und Eissler weisen darauf hin, dass in unserem Bericht über die ersten klinischen Erfahrungen mit der neuen Influenza A (H1N1/09) keine Vergleichsgruppe eingeschlossen wurde. Dabei übersehen sie allerdings, dass es sich nicht um eine klinische Studie handelt, die hier berichtet wird, sondern um Erfahrungen zu den ersten Influenza-Fällen im Sommer 2009. Zu diesem Zeitpunkt wurden strenge Containment-Strategien verfolgt mit Verdachtspersonen, es wurden aber auch völlig symptomfreie Kontaktpersonen untersucht. Aus Letzteren eine Vergleichsgruppe abzuleiten, dürfte kaum zielführend sein, um eine Interpretation der Krankheitsdauer zu erlauben. Die Behandlung mit Oseltamivir in diesen frühen Monaten des Auftretens der Erkrankung hier in Deutschland erfolgte nach den WHO-Guidelines (Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation). Da nun von leitliniengemäßer Behandlung gesprochen wird, impliziert dies nicht notwendigerweise irgendeine Form von Evidenzqualität.
Die Herren Moßhammer und Eissler sollten nicht übersehen, dass es sich um einen Bericht über die ersten Fälle dieser Erkrankung in Deutschland handelt, deren Verlauf zum damaligen Zeitpunkt unsicher war. Die Aussage, dass sich bis zum damaligen Zeitpunkt kein Hinweis auf eine Oseltamivir-Resistenz ergab, ist in der Literatur wiederholt belegt (
1).
Dagegen ist der Bericht der Kollegen Deindel und Varnholt eine wichtige Ergänzung, wenngleich hier Beobachtungen erwähnt werden, die erst im November 2009 gemacht wurden. Zu diesem Zeitpunkt war die Anzahl der H1N1-Erkrankten in Deutschland bereits erheblich angestiegen, sodass auch zunehmend schwerere Fälle berichtet werden konnten. Ein Hinweis auf die neurologischen Komplikationen bei H1N1-Infektionen verdient in der Tat der Beachtung.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0230
Prof. Dr. med. Dieter Häussinger
Dr. med. R. Winzer
Nicolas Kanig
Sybille Schneidler
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie
Universitätsklinikum Düsseldorf
Moorenstraße 5
40225 Düsseldorf
Germany
E-Mail: haeussin@uni-duesseldorf.de
Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
2.
Winzer R, et al.: Early clinical experiences with the new influenza A (H1N1/09) [Erste klinische Erfahrungen mit der Neuen Influenza A (H1N1)]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(47): 770–6.
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