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Randnotiz: Neue Vorwürfe gegen Bach

Dtsch Arztebl 2010; 107(27): A-1333 / B-1177 / C-1157

Richter-Kuhlmann, Eva A.

Als „Todesengel“ machte sie bereits im Herbst 2003 Schlagzeilen. Nun bekommt der im Oktober vergangenen Jahres wiederaufgenommene Prozess gegen die Internistin Dr. med. Mechthild Bach, Hannover, eine neue Wendung: Auch der Langenhagener Pflegedienst erhob inzwischen schwere Vorwürfe gegen die wegen 13-fachen Totschlags angeklagte Ärztin. Dabei geht es jedoch nicht um Patienten von Bach, sondern um deren Lebensgefährten, mit dem sie 30 Jahre zusammen war. Dem Pflegedienst zufolge habe Bach das Personal anleiten wollen, ihrem Lebensgefährten nichtindizierte Medikamente zu verabreichen und Vorkehrungen für seinen Tod zu treffen, obwohl dieser noch nicht im Sterben lag.

Das Amtsgericht entzog der 60-jährigen Ärztin aufgrund der Vorwürfe das Betreuungsrecht für den Mann, der nach der Kontroverse in einem Krankenhaus starb. Mechthild Bach steht indes in Hannover weiter vor Gericht, weil sie 13 ihrer schwer kranken Patienten zwischen 2001 und 2003 durch Verabreichung hoher Morphin- und Diazepamdosen getötet haben soll. Einem Gutachten zufolge sind nicht alle final krank gewesen: Nur vier litten an metastasierenden Karzinomen, andere an Herz- oder Lungenerkrankungen. Bach ist wegen der Vorwürfe seit Jahren mit einem Berufsverbot belegt.

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Mit dem Fall Dr. Bach wird ein Thema öffentlich behandelt, das viele Ärztinnen und Ärzte beschäftigt: die Grauzone zwischen Palliativmedizin, aktiver Sterbehilfe und Tötung. Die hochdosierte Gabe von Morphin ist für sich noch kein Indiz. Nach den Grundsätzen der Bundesärztekammer darf der Übergang von kurativer zu palliativer Medizin jedoch nur zur Leidensverkürzung geschehen.

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