Der neue Vertrag für die PIA an psychiatrischen Abteilungen beseitigt leider nicht sämtliche Unklarheiten. Die komplexe Materie und der kontroverse Verlauf der Verhandlungen führen zu Erklärungsbedarf in Details, und man muss einige Bestimmungen genau lesen und zitieren: Ein Ausschluss der PIA-Behandlung gilt nur für die Patienten, bei denen eine kontinuierliche und ausreichende Behandlung durch Vertrags-Fachärzte oder -Psychotherapeuten erfolgt und bei denen zugleich ein ausreichend stützendes soziales Netzwerk besteht. Heimbewohner sind auch künftig zu behandeln, wenn eine vertragsärztliche Überweisung vorliegt. Leider verkürzt die Kassenärztliche Bundesvereinigung diese Punkte in ihrer Kommentierung einseitig. Der Sonderfall, dass künftig beispielsweise Patienten mit mittelschweren Depressionen von der Versorgung in PIA ausgeschlossen sind, gilt allerdings nur im Fall einer Ersterkrankung, bei der das Kriterium der langen Dauer noch nicht erfüllt sein kann. Es bleibt zu hoffen, dass Streitigkeiten über Vertragsklauseln den Patienten erspart bleiben.

Prof. Dr. med. Andreas Spengler, 31515 Wunstorf

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