BRIEFE
Rehabilitation: Eine Fülle guter Studien
Dtsch Arztebl 2010; 107(37): A-1754 / B-1547 / C-1527

Es ist schade, wenn selbst erfahrene Chefärzte aus Rehakliniken die Fortschritte der Rehaforschung nicht zur Kenntnis nehmen und das beklagte Imageproblem der Rehabilitation auf diese Weise selbst perpetuieren. Im Förderschwerpunkt „Rehabilitationswissenschaften“, den die Rentenversicherung gemeinsam mit dem Bundesforschungsministerium durchgeführt hat, entstand eine Fülle von Studien, welche die Wirksamkeit der Rehabilitation und ihrer Komponenten oft eindrucksvoll belegt haben . . .
Das hohe forschungsmethodische Niveau, das die Rehaforschung inzwischen erreicht hat, lässt sich unter anderem auch an der großen Zahl von erfolgreichen Projektanträgen ablesen, die im Rahmen neuer Förderinitiativen zum Beispiel zur Versorgungsforschung gestellt werden. Das hat auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft erkannt, die inzwischen Offenheit für Reha- und Versorgungsforschung signalisiert.
Die Ergebnisse der Rehaforschung aus Deutschland stimmen oft mit Erkenntnissen aus internationalen Studien überein. Da, wo solche Erkenntnisse fehlen oder kaum auf andere Länder übertragbar sind, wie zum Beispiel in der psychosomatisch-psychotherapeutischen Rehabilitation, unterstreichen deutsche Forschungsergebnisse die Wirksamkeit der Rehabilitation – ablesbar an den Schlussfolgerungen einer umfangreichen Metaanalyse zu diesem Forschungsfeld.
Auch die Entwicklung der Reha-therapiestandards dient der Stärkung der Evidenzbasierung in der medizinischen Rehabilitation . . .
Die Rehatherapiestandards unterscheiden sich von Leitlinien der Fachgesellschaften insbesondere durch ihre Perspektive. Betrachtet wird nicht der einzelne Patient mit einer individuellen Problemkonstellation, sondern die Gesamtheit aller Rehabilitand(inn)en einer Indikation in einer Rehaeinrichtung. In der empirischen Überprüfbarkeit der Rehatherapiestandards liegt der große Vorteil dieses Qualitätsparameters . . .
Dr. med. Christiane Korsukéwitz, Leiterin des
Geschäftsbereiches Sozialmedizin und Rehabilitation, Deutsche Rentenversicherung Bund,
10709 Berlin
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