BERUF
EMNID-Umfrage: Öffentlichen Kliniken fehlt Geld für Investitionen
Dtsch Arztebl 2010; 107(40): [77] / [77] / [77]


Der Investitionsstau in öffentlichen Krankenhäusern wird weiter zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Emnid-Umfrage unter 100 Einrichtungen im Auftrag des Medizintechnik-Branchenverbandes Spectaris.
Für den Bereich der Medizintechnik erwarten mehr als die Hälfte der Klinikentscheider, dass fällige Investitionen in moderne Geräte und Ausstattungen nicht getätigt werden können. Als Folge davon sehen die Krankenhäuser der Umfrage zufolge vor allem eine stärkere Belastung der Mitarbeiter und eine längere Behandlungsdauer der Patienten auf sich zukommen.
Außerdem könnten die Patienten nicht mit den neuesten Methoden behandelt werden, fürchten die Befragten. „Dieser Entwicklung muss dringend entgegengesteuert werden“, sagt Spectaris-Geschäftsführer Sven Behrens.
Der Investitionsstau in deutschen Krankenhäusern betrage schon heute circa 50 Milliarden Euro. Die Hälfte davon entfalle auf den Bereich Medizintechnik, so der Branchenverband. Die Aussagen der Klinikentscheider ließen hier keine Verbesserung erkennen.
59 Prozent erwarten laut Umfrage, dass sich die Situation verschärfen wird. Nur elf Prozent gehen von einer Verbesserung aus, während ein Viertel der Befragten (26 Prozent) die Auffassung vertritt, es gebe in ihrem Krankenhaus keinen Investitionsstau im Bereich der Medizintechnik.
Den größten Nachholbedarf für eine moderne medizintechnische Ausstattung sehen die Befragten in der Chirurgie (56 Prozent), der Inneren Medizin (51 Prozent) und in der Radiologie (50 Prozent). EB
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