Eine aktuelle Studie Bochumer Ethiker hat zu dem Anschein geführt, Palliativmediziner würden das Leben ihrer Patienten verkürzen, sogar gegen deren Willen. Dies hat zu großer Verunsicherung von Patienten und Angehörigen geführt. In der Presse war zu lesen „Ärzte stellen Behandlung Todkranker oft ein“.

Aber Studien zeigen das Gegenteil: Palliativmedizin verbessert die Lebensqualität, nimmt Schmerz und Atemnot, mindert Depressionen, vermindert aggressive Therapieverfahren und verlängert das Leben. Die Besserung der Lebensqualität und die Verlängerung des Lebens lagen der Studie zufolge in der gleichen Größenordnung, wie bei einer optimalen Chemotherapie zu erwarten wäre . . .

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Obwohl die Studie zeigte, dass die Lebensverlängerung im Bereich einer Größenordnung einer wirksamen und dabei sehr belastenden Chemotherapie liegt, werden auch teuerste Chemotherapien hierzulande von jeder Krankenkasse getragen. Palliativversorgung daheim ist jedoch in den meisten Regionen Deutschlands noch nicht ausreichend verfügbar. Dies muss sich für die Patienten und deren Angehörige ändern, damit der Wunsch nach Tötung auf Verlangen nicht erst auftritt!

Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung, 36037 Fulda

Dr. Matthias Thöns, Praxis für Palliativmedizin, 44797 Bochum

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