BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung - Bundesärztekammer

Nationale VersorgungsLeitlinie zum Kreuzschmerz veröffentlicht

Dtsch Arztebl 2010; 107(50): A-2525 / B-2193 / C-2149

Mitteilungen

Im Rahmen des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) – Träger: Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Koordination: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin – steht die kürzlich konsentierte NVL „Kreuzschmerz“ seit dem 30. 11. im Internet bereit: www.versorgungsleitlinien.de/themen/kreuzschmerz.

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Hintergrund: Kreuzschmerzen verursachen in Deutschland direkte Kosten in Höhe von 8,4 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen die indirekten Kosten durch Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung – Kreuzschmerz führt seit Jahren die Statistiken der Anlässe für medizinische Rehabilitation und Arbeitsunfähigkeit an. Zwar existieren zahlreiche Therapieangebote, und einige der Behandlungsmöglichkeiten wurden in den letzten Jahren gut untersucht. Dennoch lässt sich die Versorgung der Patientinnen und Patienten in allen Bereichen noch deutlich verbessern. Entsprechende Behandlungsempfehlungen wurden im Laufe eines vierjährigen Entwicklungsprozesses zwischen ärztlichen Organisationen (inklusive Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft), Patientenvertretern, den Berufsverbänden der Physiotherapeuten und Ergotherapeuten, der Bundespsychotherapeutenkammer und der Deutschen Rentenversicherung Bund konsentiert (siehe die nachstehende Zusammenfassung der Empfehlungen).

Wichtige Ergebnisse: Die NVL Kreuzschmerz gibt Empfehlungen zur Diagnostik, zur nichtmedikamentösen und medikamentösen Therapie sowie zur Prävention von nichtspezifischem Kreuzschmerz. Sie empfiehlt zum Beispiel, dass nach klinischem Ausschluss gefährlicher Verläufe durch Anamnese und gute körperliche Untersuchung, im akuten Stadium keine bildgebende Untersuchung durchgeführt werden soll. Im Vordergrund steht die Aktivierung der Betroffenen. Zur Früherkennung bedrohlicher Ursachen benennt die NVL Kreuzschmerz sogenannte red flags, die bei allen Patientinnen und Patienten beachtet werden müssen. Sie dienen dazu, eine potenziell gefährliche Erkrankungssituation zu erkennen und eine angemessene Abklärung und Behandlung einzuleiten. Darüber hinaus listet sie „yellow flags“ auf – spezifische Warnhinweise, die psychosoziale Risikofaktoren anzeigen. Bei ihrem Vorliegen gibt sie Empfehlungen, wie bei den Patientinnen und Patienten ein adäquates, biopsychosoziales Krankheitsverständnis gefördert werden kann, um einer Chronifizierung vorzubeugen.

Autoren der NVL Kreuzschmerz: B. Arnold (DGAI), R. Baron (DGN), A. Becker (DEGAM), R. Beisse (DGU), E. Böhle (ZVK), K. Bohndorf (DRG), S. Brüggemann (DRV Bund), K. Brune (DGPT), J.-F. Chenot (DEGAM), H. Fuhr (DVE), L. Hammel (DVMB), T. Harfst (BptK), M. Hasenbring (BptK), J. Hierholzer (DRG), P. Higman (DVE), J. Hildebrandt (AkdÄ), C. Hopf (DGOOC), W. H. Jäckel (DGRW), R. Kayser (DGMM), B. Kladny (DGOOC), A. Koch (DGCh), V. Köllner (DGPM), J. Krämer (DGOOC), J. Kuhn (DGSMP), G. Lichti (DGPMR), H. Locher (DGMM), R. Maag (DGN), E. Märker-Hermann (DGIM), W. Mau (DGPMR), T. Mokrusch (DGNR), M. Pfingsten (DGSS), H. H. Raspe (DNEbM), M. Rudwaleit (DGRh), E. Schulte (DGAI), W. Schupp (DGNR), K. Schwerdtfeger (DGNC) , C. Ulrich (DGU), T. Wessels (BptK).

Beteiligte: I. Kopp (AWMF) – Moderation; S. Weinbrenner, D.C. Villaroel Gonzalez und S. Conrad (ÄZQ) – Koordination, Evidenzanalyse, Redaktion; G. Ollenschläger (ÄZQ) – Moderation.

Korrespondenzadresse: Prof. Dr. G. Ollenschläger, Leiter des ÄZQ. Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (Gemeinsames Institut von BÄK und KBV), Tiergarten-Tower, Straße des 17. Juni 106–108; 10623 Berlin. E-Mail: mail@azq.de

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