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Assistierter Suizid: Hoppe für Liberalisierung

Dtsch Arztebl 2011; 108(1-2): A-4 / B-4 / C-4

Klinkhammer, Gisela

Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, hat eine Liberalisierung beim ärztlich assistierten Suizid angekündigt. „Die Beihilfe zum Suizid ist nicht strafbar. Sie ist aber derzeit durch unser Berufsrecht als unethisch verboten. Diesen Widerspruch müssen wir auflösen“, sagte er in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“. In dem Entwurf für die neuen Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung werde zwar klargestellt, dass Beihilfe zum Suizid nicht zu den ärztlichen Aufgaben gehöre. Sie solle aber möglich sein, wenn der Arzt das mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Zugleich sagte Hoppe aber auch: „Mich schüttelt es allerdings bei der Vorstellung, dass ein Arzt beim Suizid hilft. Ich könnte das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.“

Strafrecht und Berufsrecht harmonisieren: Jörg-Dietrich Hoppe will, dass ärztlich assistierter Suizid möglich wird. Foto: dpa

Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, sprach sich dagegen „entschieden gegen einen Kurswechsel“ aus. „Ich lehne Formulierungen ab, mit denen das Verbot der ärztlichen Suizidbeihilfe gelockert würde. Wir brauchen hier klare Grenzziehungen“, sagte Henke in einem Gespräch mit „Welt online“. Der FDP-Abgeordnete Michael Kauch begrüßte Hoppes Vorstoß: Palliativmediziner bestätigten, dass in etwa fünf Prozent der Fälle eine wirksame Symptomkontrolle bei Schwerstkranken nicht gelinge. „Für solche Fälle muss man darüber nachdenken, ob eine ärztliche Beihilfe beim Suizid möglich ist.“ Kli

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