TECHNIK

Biobanken: Zentrales Zugangsportal

Dtsch Arztebl 2011; 108(3): A-120 / B-91 / C-91

Krüger-Brand, Heike E.

Eingefärbte Gewebeproben auf einem Objektträger. Foto: Joker

Eine einheitliche Infrastruktur für Biobanken soll Forschern künftig die Suche nach passenden Proben erleichtern.

Zahlreiche Biobanken mit Tausenden von Serum-, DNA- und Gewebeproben sowie zugehöriger Daten zu den unterschiedlichsten Krankheitsbildern gibt es mittlerweile in Deutschland. Dieser „Schatz“ für die medizinische Forschung blieb bislang weitgehend ungenutzt, denn externe Forscher konnten nur sehr schwer darauf zugreifen. Ende November 2010 haben jetzt die ersten sechs Biobanken mit dem Aufbau eines „Projektportals im Deutschen Biobanken-Register“ begonnen. An dem Projekt einer zentralen Biobankeninfrastruktur beteiligen sich außerdem das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) und die TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. Schrittweise sollen über das Portal alle großen Humanbiobanken für externe Forschungsprojekte erschlossen werden, die im TMF-Register registriert sind (www.biobanken.de). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt. Ziel ist es, bis Ende 2011 alle deutschen Biobanken in eine einheitliche, datenschutzkonforme Infrastruktur zu integrieren und einen wesentlich schnelleren, barrierefreien Austausch von anonymisierten Materialproben zu ermöglichen.

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Start mit sechs Biobanken

Das nationale Biobankenregister wird zusätzlich zu den Kontaktdaten Informationen in deutscher und englischer Sprache über die Biobanken enthalten. Es soll nicht nur die Benutzerfreundlichkeit verbessern, sondern auch dazu dienen, gemeinsame Qualitätsstandards sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Derzeit beteiligen sich die folgenden Biobanken:

  • BioPsy (www.zi-mannheim.de/biobank.html) zu neuropsychiatrischen Erkrankungen, Mannheim
  • CNHF (www.knhi.de/Kompetenznetz/Aktuelles/index.jsp) zu Herzinsuffizienz, Berlin
  • „Komp-Net HIV/AIDS“ zu HIV/Aids (www.kompetenznetz-hiv.de), Bochum
  • „Pediatric Diabetes Biobank“ (http://buster.zibmt.uni-ulm.de/peda-qs) zu Diabetes bei Kindern, Ulm
  • „SepNet Biobank“ zu Sepsis (www.kompetenznetz-sepsis.de), Jena
  • und die epidemiologische Gesundheitsstudie „Study of Health in Pomerania“ (SHIP; www.medizin.uni-greifswald.de/cm/fv/ship.html), Greifswald.

Die sechs Biobanken enthalten bereits einen beachtlichen Proben- und Datenfundus: So umfasst allein die Biobank des Kompetenznetzes HIV/Aids beispielsweise derzeit mehr als 56 000 Serumproben und 16 000 DNA-Proben, knapp 1 500 Gehirn-Rückenmarksflüssigkeits-Proben sowie mehr als 5 000 Gewebeproben HIV-infizierter Patienten. In der epidemiologischen Gesundheitsstudie SHIP sind mehr als 4 000 Probanden mit einem Vielfachen an Proben erfasst. „Die TMF und das Know-how des IBMT bieten uns in Deutschland eine hervorragende Basis, um die bei uns vorhandenen wertvollen Biobankressourcen öffentlich zugänglich zu machen, ohne die Vertraulichkeit unserer Patienten oder unserer wissenschaftlichen Arbeit zu gefährden“, erklärte Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer, der Sprecher des Kompetenznetzes HIV/Aids und TMF-Vorstand beim Projektstart.

Heike E. Krüger-Brand

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