MEDIZIN: Diskussion
Ellenlange Medikamentenlisten
Medication Lists as Long as Your Arm
Dtsch Arztebl Int 2011; 108(6): 97; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0097a


Da wir Kinderärzte vor einigen Jahren in den allgemeinärztlichen Bereitschaftsdienst integriert wurden, fällt nun leider auch diese Thematik der ärztlichen Leichenschau in unser Aufgabengebiet. Die Vorkenntnisse dafür sind aber in unserer Fachrichtung, wie sicher auch in anderen Fachrichtungen wie zum Beispiel Augenheilkunde, HNO-Heilkunde und Orthopädie eher mangelhaft. Zum ersten kennen wir die Verstorbenen eben nicht in ihrer Krankheitsvorgeschichte, oft ist man auch mit den ellenlangen Medikamentenlisten überfordert, das rechtsmedizinische Verständnis ist auch nicht vorhanden und bei drei bis fünf Leichenschauen pro Jahr entsteht auch nicht wirklich ein Übungseffekt. Hinzu kommt, dass im häuslichen Umfeld einfach die Bedingungen für eine Leichenschau nicht optimal sind; angefangen bei unzureichender Beleuchtung über zum Teil nicht vorhandene körperliche Voraussetzungen bei der Bewältigung der Leichenentkleidung und dem Lagewechsel. Somit ist mir sehr einleuchtend, dass viele Fehlerquellen bei der Todesursachenstatistik resultieren und übersehene nichtnatürliche Todesfälle vorkommen. Hier könnte eine prinzipielle zweite amtsärztliche/rechtsmedizinische Leichenschau zum Beispiel im Bestattungsinstitut schon gute Dienste leisten.
DOI: 10.3238/arztebl.2011.0097a
Petra Lehmann
Goethestraße 17
08294 Lößnitz
E-Mail: jpmlehmann@freenet.de
Interessenkonflikt
Die Autorin erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Madea B, Rothschild M: The post mortem examination—determination of the cause and manner of death. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(33): 575–88.
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