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Übermässiges Hautbräunen: Interventionen wenig wirksam

PP 10, Ausgabe Februar 2011, Seite 83

MS

Übermäßiges Hautbräunen gilt als eine Hauptursache für Hautkrebs. Allerdings scheinen dies viele Menschen nicht zu wissen oder zu ignorieren. Das zeigte sich, nachdem Gesundheitswissenschaftler um Jerod Stapleton von der Pennsylvania State University 362 junge US-Amerikanerinnen nach ihrem Wissen und ihren Motiven für das Hautbräunen in Sonnenstudios befragt haben. Es ergaben sich vier Gruppen: Die erste Gruppe (179 Personen) wusste um die Gefahren, aber die Vorteile eines vermeintlich besseren Aussehens durch eine gebräunte Haut überwogen. Die zweite Gruppe (117 Personen) war sich der Risiken nicht bewusst. Der dritten Gruppe (30 Personen) ging es vor allem um Entspannung und um den Genuss, in der Wärme zu liegen. Die vierte Gruppe (36 Personen) zeigte hingegen Problembewusstsein; sie bräunten sich am seltensten. Die Frauen konnten für eine kognitiv-behaviorale Intervention gewonnen werden, die aus einem Handbuch bestand, das sie selbstständig durcharbeiten sollten. Anhand des Manuals wurden sie über die Risiken des Hautbräunens aufgeklärt. Die Intervention zeigte allerdings kaum Wirkung. Für die erste und dritte Gruppe waren die kurzfristigen Effekte des Hautbräunens, wie ein gutes Aussehen und Entspannung, weiterhin wichtiger als das potenzielle Risiko einer Erkrankung, die möglicherweise erst viele Jahre später ausbricht. Die vierte Gruppe zeigte ebenfalls keine Verhaltensänderung, da sie sich bereits vor der Intervention relativ selten bräunte. Nur junge Frauen, die vorher kaum Bescheid wussten, verhielten sich nach der Psychoedukation etwas vorsichtiger. ms

Stapleton J et al.: A comparison of the efficacy of an appearance-focused skin cancer intervention within indoor tanner subgroups identified by latent profile analysis. Journal of Behavioral Medicine 2010; 33(3): 181–90.
Jerod Stapleton, Department of Biobehavioral Health and the Prevention Research Center, Pennsylvania State University, University Park, PA 16802 (USA), E-Mail: jerod@psu.edu

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